Schulen und Vereine verbreiten Weihnachtsflair

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 Auf dem Weihnachtsmarkt der Schulen und Vereine erklingen Adventslieder wie „Oh du fröhliche“ oder „Kling Glöckchen“.
Auf dem Weihnachtsmarkt der Schulen und Vereine erklingen Adventslieder wie „Oh du fröhliche“ oder „Kling Glöckchen“. (Foto: Peggy Meyer)
Peggy Meyer

Das erste große Weihnachtsgefühl dürfte sich am Samstag bei so manchem Besucher der Sigmaringer Innenstadt eingestellt haben: Der traditionell am Vortag des ersten Advents stattfindende Weihnachtsmarkt der Schulen und Vereine lockte mit Glühwein- und Waffelduft, vielen weihnachtlich dekorierten Buden und jeder Menge Ideenreichtum wieder zahlreiche Besucher in die Straßen unterhalb des Hohenzollernschlosses.

Während auf der Nordseite des Rathauses am „Gerippe“ der Eisbahn noch das Surren der Akkuschrauber zu hören war, erklangen an der Ost- und Südseite weihnachtliche Melodien. Mit „Oh du fröhliche“ oder „Kling Glöckchen“ zogen kleine und große Musikanten mit ihren Instrumenten und Weihnachtsmützen durch die Straßen und Gassen. Vereinzelt gab es auch Solodarbietungen, unter anderem vom zwölfjährigen Jakob. Mit seiner Violine im Arm und dem Geigenkasten vor dem Notenständer, hoffte er auf ein paar Münzen. „Ich möchte mir gern noch eine Ukulele kaufen, dafür brauche ich das Geld“, verriet er.

Die Schüler der 5 a des Hohenzollern-Gymnasiums (HZG) hatten jede Menge Plätzchen, Muffins und sonstigen Kuchen im Angebot. „Die Plätzchen sind schon ausverkauft“, verkündeten sie stolz, als die Zeiger der Uhr gerade erst 12 Uhr anzeigten. Eine Besucherin probierte den Napfkuchen: „Oh, sehr lecker.“ Mit dem Erlös möchten die Schüler ihre Fahrt ins Landschulheim finanzieren. Ein etwas weiter entferntes Reiseziel haben die Schüler der 9. Klasse des HZG: Sie sammelten für ihre Abschlussfahrt nach London, dafür sollte jede Menge Crêpes und Waffeln über den Verkaufstresen gehen.

Der Förderverein der Sophie-Scholl-Schule bot neben Kulinarischem auch Kreatives an. Während die rote Wurst zur Mittagszeit gut gefragt war, hofften die Vereinsmitglieder noch auf einen stärkeren Absatz bei den hübsch gestalteten Schalen und den Plätzchen, denn „da haben wir so fleißig gebacken“.

Fast ausverkauft war dagegen schon am frühen Nachmittag Gisela Jarrar. Mit ihrem Hilfsprojekt „Living Hope Care“, das sich hauptsächlich um kranke Menschen, aber auch um Waisen und gefährdete Kinder in Nigeria kümmert, gehört sie schon fast zum Urgestein des Marktes. Im vergangenem Jahr hatte sie beharrlich 770 Lose verkauft, dieses Mal war sie mit Adventskränzen vor Ort. „Ich hatte vierzig Kränze mitgebracht, davon 38 selbst gesteckt“, erzählte sie und blickte stolz auf die drei, die noch übrig waren.

Punsch und Plätzchen

Ob Punsch oder Plätzchen, Pizza oder Pfannkuchen, viele Familien nutzten das kulinarische Angebot gern, um daheim die Küche kalt zu lassen. Der vierjährige Julian ließ sich besonders den Puderzucker der Waffel schmecken, die Oma ihm reichte, und die dreijährige Lotta biss genüsslich in ihre Bratwurst. Am Stand vor Vetter Guser ließen sich viele die heißen Suppen schmecken, unter anderem war Wildcremesuppe mit im Angebot. Wer es etwas extravaganter wollte, konnte sich gegenüber mit mexikanischen Spezialitäten stärken. Am Stand von Mariphil wurden Nudelpfanne und Frühlingsrollen zugunsten des Hilfsprojektes auf den Philippinen verkauft. Erstmals auf dem Markt stand ein umgebauter alter Schulbus, wie er heute teilweise noch in Texas umherfährt. Der Inhaber, Jürgen Hauber aus Binzwangen, bot im Innern des Busses für die Kinder malen an. Am Heck des Busses hatte er eine 60 Kilogramm schwere Siebträgermaschine, original Baujahr 1968, angebaut, damit zelebrierten er und seine Freundin leckere Kaffeekreationen. Auch der Imker-Verein Sigmaringen war erstmals auf dem Markt vertreten. Die vier Imker am Stand boten neben allerlei Honigvariationen leckere Waffeln und engelhaft dekorierte Weinkorken an. „Unsere Mistelzweige waren bereits beizeiten komplett ausverkauft“, sagte sie schmunzelnd, wohl wissend, dass sich so manches Paar darunter küssen wird.

Der 15 Monate alte Max, ein großer Vierbeiner mit wuscheligem schwarzen Fell, tobte vor dem Stand der Rettungshundestaffel und zog die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich. „Er macht eine Ausbildung zum Flächensuchhund, ist aber noch arg verspielt“, erzählte sein Herrchen. „Eigentlich brauche ich nicht wirklich etwas zu Weihnachten, aber die selbst gebastelten Dinge sind sehr schön und die Atmosphäre hier ist viel persönlicher als im Laden“, meinte eine Besucherin. „Und wenn ich dann noch ein Projekt unterstützen und etwas Gutes tun kann, dann freut es mich umso mehr.“

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