Schule soll Schüler auf veränderte Welt vorbereiten

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Gabriele Warminski-Leitheußer (Foto: Vera Romeu)
Schwäbische Zeitung
Vera Romeu

Das Bildungsforum des Landkreises hat viele Gäste in den Hofgarten geführt: Vorträge und Workshops standen auf dem Programm. Sehr erwartet war Gabriele Warminski-Leitheußer, die Landesministerin für Kultus, Jugend und Sport, die über die Weichenstellung in der Schulpolitik sprach. Zum Bildungsforum war ein weiter Kreis von Schulleitern, Bürgermeistern, Vertretern aus dem Schulamt, der Erwachsenenbildung, Jugendarbeit und Politik eingeladen.

Landrat Dirk Gaerte hob die Wichtigkeit der Bildung hervor, ein Thema, das längst nicht mehr nur in der Hand des Kultusministeriums liegt. Die Gesellschaft stelle Bildung in den Mittelpunkt, doch von einer Reform zur anderen steige die Zufriedenheit über das Bildungssystem nicht. Das Bildungsforum des Landkreises sei als Plattform für Diskussion und Austausch gedacht, so der Landrat. Claudia Baur aus dem Landratsamt hat den Tag inhaltlich organisiert und moderiert.

Ministerin Warminski-Leitheußer lobte die Einberufung des Sigmaringer Bildungsforums: „Ich wünsche mir, dass überall lokal über die Bildungsstruktur nachgedacht wird, dass das kommunale Sonderwissen in die Reformprozesse einfließt, weil dies nicht zentral vom grünen Tisch aus gesteuert werden kann“, erklärte die Ministerin. Die Schule müsse den Jugendlichen beibringen, sich in einer sich verändernden Welt flexibel auf Situationen einzustellen, mit Unsicherheit umzugehen und selbstständig Inhalte zu erarbeiten. Dies seien die Anforderungen der Betriebe an ihre Mitarbeiter, darauf müsse das Bildungssystem die jungen Leute vorbereiten, erklärte die Ministerin.

Die Gemeinschaftsschulen sind das Vehikel für modernste Pädagogik, das Land unterstütze jede Kommune, die sich auf diesen Weg begebe, so die Ministerin. Von der fünften bis zur zehnten Klasse werden die Standards unterrichtet, der Schüler könne offen lassen, welchen Schulabschluss er anstrebe. Die Ganztagsschule – mit ihrer Vielfalt an Angeboten neben den Pflichtfächern – sei die Grundlage für die Gemeinschaftsschule, betonte die Ministerin. Schulen können sich aber in Etappen auf den Weg in die Umstrukturierung als Gemeinschaftsschule begeben. „Die Zeiten, in denen das Land verordnet, was Schulen vor Ort zu tun haben, sind vorbei“, betonte die Ministerin. Gerade der ländliche Raum habe die Chancen, die in der Gemeinschaftsschule stecken, erkannt.

Aus dem Publikum wurde festgestellt, dass das derzeitige Wirtschaftsystem Ressourcen ausbeutet und nicht zukunftsfähig sei. Wie dies in die Schulen hineingetragen werde? Ministerin Warminski-Leitheußer kündigte an, dass die Bildungspläne überarbeitet werden und dass das Thema Nachhaltigkeit einziehen wird. „Schüler müssen lernen, dass wir in der Welt nicht allein sind, dass Kooperation bessere Ergebnisse hervorbringt und auch mit Erfolgen und Niederlagen umzugehen, ohne arrogant oder aggressiv zu werden“, kündigte die Ministerin an.

Vertreter von Berufschulen meldeten sich zu Wort: Ob die Berufschulen in den Reformplänen vergessen worden seien? Die Ministerin konterte, das Lehrerdefizit werde gerade abgebaut, sie habe neue Standorte für berufliche Gymnasien genehmigt. „Berufliche Schulen bekommen, was sie brauchen, um gute Arbeit zu machen“, versprach sie.

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