Schüler beleuchten Für und Wider von Elektrobussen

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 Die Finalisten der Sekundarstufe 1 und 2 von „Jugend debattiert“ im Leopoldsaal des Hofgartens.
Die Finalisten der Sekundarstufe 1 und 2 von „Jugend debattiert“ im Leopoldsaal des Hofgartens. (Foto: GL)
Gabriele Loges

Die erste Stufe des deutschlandweiten Wettbewerbs „Jugend debattiert“ ist für die Region Bodensee-Oberschwaben im Hofgarten in Sigmaringen entschieden worden. In der Sekundarstufe 1 behauptete sich als erste Siegerin Luisa Liebensberger vom Montfort-Gymnasium Tettnang und als zweiter Niklas Güntner von der Realschule der Sigmaringer Liebfrauenschule. In der Sekundarstufe 2 gingen als zweiter Sieger Jan Werner vom Hans-Multscher-Gymnasium Leutkirch und als erster Joshua Akhabue vom Hohenzollerngymnasium Sigmaringen hervor. Die beiden Bestplatzierten der Finalrunden werden die Region beim Landesfinale in Stuttgart vertreten.

Zum ersten Mal organisierte Andreas Beck von der Realschule Mengen den Schülerwettbewerb: „Es gab keinerlei Ellenbogenmentalität oder gar ein Lächerlichmachen untereinander, im Gegenteil die Schüler gingen sehr freundschaftlich miteinander um.“ Gut fand er, dass sich in diesem Jahr wieder mehr Teilnehmer aus der Sekundarstufe 2 beteiligt hatten. Mit der Schule Schloss Salem gab es einen weiteren erfreulichen Zugang aus dem Süden des Gebiets. Obwohl die Schule „eigentlich noch außer Konkurrenz“ lief, weil die Lehrkräfte die nötigen Qualifikationen in Form von Weiterbildungen erst machen müssen, schafften es Franziska Raupp und Hannes Dewender aus Salem bis in die Finalrunde.

Die gesellschaftsrelevanten Themen der Hinrunde waren: „Soll das Reparieren von defekten Elektrogeräten Unterrichtsfach werden?“ und „Sollen mehr fremdsprachige Filme ohne deutschsprachige Synchronisation gezeigt werden?“ und in der Rückrunde: „Sollen grundsätzlich auch Nicht-Pädagogen in der Schule unterrichten?“ sowie „Sollen Kommunen für Gärten, Grünflächen und Gewerbegebiete eine biodiversitätsfreundliche Gestaltung vorschreiben?“. Im Finale ging es dann bei den Jüngeren um die Frage, ob der Busverkehr in der Region innerhalb eines Jahres auf Elektrobetrieb umgestellt werden soll oder nicht.

Unmotivierte und Unqualifizierte

„Endlich einen Anfang machen“ oder „Feinstaub-Problematik“, war der Pro-Seite wichtig, die Contra-Seite führte die millionenteure Umstellung oder die Ausbeutung der Menschen wegen des Lithium-Abbaus in Chile ins Debattier-Feld. Die Juroren gaben im Anschluss ihr Feedback, sagten jeweils, wo sie Stärken sahen und auf was der Einzelne noch achten sollte. Danach wurde das Finale der Sekundarstufe 2 mit der Frage, ob jeder Bürger zur kommunalpolitischen Mitarbeit verpflichtet werden kann und soll, ausgetragen. Die Pro-Seite mit Jan Werner und die erst am Morgen nominierte Philine Urfer aus Leutkirch setzte auf ein Lostopf-Verfahren und die Möglichkeit, dass so alle Bevölkerungsgruppen gerecht vertreten sind, die Contra-Seite mit Joshua Akhabue und Kalle Holland aus Tettnang befürchtete, es regierten dann Unmotivierte wie Unqualifizierte.

Nach der Rückmeldung durch die Juroren erfolgte die Siegerehrung. Mitjuror und Bürgermeister Marcus Ehm bedankte sich bei den Schülern: „Ihr habt mich schwer beeindruckt.“ Die Schüler hätten gezeigt, dass Sozialkompetenz und Empathie auch beim Diskutieren wichtig seien und einen vorwärts brächten.

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