Rückschlag: Bahn streicht Modernisierung

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Der Bahnhof in Sigmaringen bleibt vorerst voller Barrieren. Die Deutsche Bahn AG hat einer geplanten Modernisierung eine Absage
Der Bahnhof in Sigmaringen bleibt vorerst voller Barrieren. Die Deutsche Bahn AG hat einer geplanten Modernisierung eine Absage (Foto: Michael Hescheler)
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleitung

Der Sigmaringer Bahnhof wird nicht – wie ursprünglich geplant – bis 2019 modernisiert. Dies ergab eine Anfrage der Schwäbischen Zeitung bei der Deutschen Bahn. Neben Sigmaringen sei auch die Modernisierung des Bad Saulgauer Bahnhofs verschoben worden. „So notwendig auch Maßnahmen gewesen wären, diese beiden Stationen konnten in dieser Rahmenvereinbarung nicht mehr berücksichtigt werden“, antwortet die Bahn auf die Anfrage der SZ. Daher sei an diesen Stationen aktuell keine Modernisierung geplant. Die Auswahl sei in enger Abstimmung mit dem Land erfolgt, so die Bahn weiter.

110 Millionen für Bahnhöfe

Gute Chancen auf eine Renovierung hat hingegen der Bahnhof Mengen. Laut Bahn werde zurzeit mit dem Land abgestimmt, welche Maßnahmen notwendig seien. Wann die Mengener mit der Modernisierung rechnen können, geht aus der Antwort der Bahn nicht hervor. Mengen ist der einzige Bahnhof im Kreis, der zum Zug kommt.

Laut einer mit dem Land abgeschlossenen Vereinbarung sollen 65 Bahnhöfe und Haltpunkte für insgesamt 110 Millionen Euro saniert werden. Bestandteil jeder Modernisierung ist unter anderem der barrierefreie Ausbau.

Diesen hatten die Sigmaringer vor wenigen Tagen im Hinblick auf die Gartenschau vehement gefordert.

Bei einem Besuch des Verkehrsministers des Landes, Winfried Hermann, vor zehn Tagen waren Vertreter der Stadt und des Seniorenrings noch davon ausgegangen, dass der Sigmaringer Bahnhof in das Sanierungsprogramm aufgenommen sei. Sie bezogen sich auf einen Artikel in der Schwäbischen Zeitung.

Elektrifizierung: Prinzipiell Ja

Die Vertreter der Stadt äußerten im Gespräch mit Minister Hermann die Hoffnung, dass sich bis zur Gartenschau 2013 hinsichtlich der Barrierefreiheit und Behindertenfreundlichkeit etwas bewege. Der grüne Spitzenpolitiker hatte Verständnis geäußert und zugesichert, dass er sich beim Konzernbevollmächtigen für Baden-Württemberg für Sigmaringen starkmachen werde. Nach dem jetzigen Nein kann man davon ausgehen, dass sich kurz über lang nichts verbessern wird.

In der Anfrage der SZ nahm die Bahn auch zu der diskutierten Elektrifizierung der Zollernbahn Stellung. Es gebe weder einen Zeitplan noch konkrete Planungen. „Vorbehaltlich einer gesicherten Finanzierung ist eine Elektrifizierung denkbar“, teilt die Bahn abschließend mit.

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