Protest der Gegner ohne Erfolg: 1000-Kühe-Stall darf gebaut werden

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 Landratsamt schließt Prüfung des Immissionsschutzes ab: Der 1000-Kühe-Stall kann kommen.
Landratsamt schließt Prüfung des Immissionsschutzes ab: Der 1000-Kühe-Stall kann kommen. (Foto: Archiv: Arno Burgi/dpa)

Das Landratsamt Sigmaringen hat dem Milchpark Hahnennest die Genehmigung zum Bau und Betrieb eines 1000-Kühe-Stalls in Ostrach-Hahnennest erteilt. Das bestätigt die Behörde auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“. Das Verfahren ruhte über ein Jahr lang, da Gegner beim Landtag eine Petition eingereicht hatten.

Eine Gemeinschaft aus Landwirten im Ostracher Teilort Hahnennest schmiedet seit Jahren die Pläne für das Großprojekt und hat jetzt eine entscheidende Hürde genommen. Mit der Genehmigung hat die Landwirtsgemeinschaft Baurecht und kann mit dem Bau beginnen.

Felix Kaltenbach, einer der Landwirte in Hahnennest, ist mit der Nachricht zufrieden. „Wir hoffen, dass wir in sechs bis acht Wochen mit den Erdarbeiten beginnen können“, sagt er im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“. Es werde mit einer Bauzeit von rund einem Jahr gerechnet.

Für den Stall mit 1000 Kühen musste zunächst von der Gemeinde Ostrach ein entsprechender Bebauungsplan erlassen werden, der im April 2017 in Kraft getreten ist. Kurz darauf wurde beim Landratsamt Sigmaringen für das Vorhaben selbst ein Antrag auf immissionsschutzrechtlicher Genehmigung gestellt.

Genehmigung erteilt

Denn Projekte von der Größenordnung des Stalls für 1000 Kühe müssen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (Bimsch-Verfahren) genehmigt werden. „Nach umfassender und sehr detaillierter Prüfung und einem lange Zeit parallel laufenden Petitionsverfahren beim Landtag wurde nun die Genehmigung erteilt“, berichtet Adrian Schiefer, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Arbeitsschutz.

Gutachter sieht keine Mängel

Der Petitionsausschuss des Landtages hatte im Dezember die Petition zurückgewiesen. Zwei vom Petitionsausschuss beauftragte Gutachter konnten keine Mängel im Genehmigungsverfahren feststellen (SZ berichtete). Der Ausschuss formulierte jedoch einige zusätzliche Empfehlungen zum Tierwohl an die Antragssteller. „Auch mit diesen Empfehlungen haben wir uns intensiv befasst, wobei die Antragsteller vieles davon schon von sich aus in ihren Planungen aufgegriffen hatten“, erklärt Schiefer.

Wir hoffen, dass wir in sechs bis acht Wochen mit den Erdarbeiten beginnen können

Sein Fazit: „Der 1000-Kühe-Stall wird mit der vorliegenden Planung und einer intensiv durchgeplanten und durchdachten Betriebsstruktur und -organisation den vielfältigen gesetzlichen Anforderungen gerecht.“ Mit zahlreichen Auflagen habe das Landratsamt aber auch ein wachsames Auge auf das Vorhaben. Das beginne bei hohen Standards zum Tierwohl und reiche bis zur Überwachung des Grundwassers. „Das müssen die Landwirte exakt überwachen und dokumentieren“, sagt Schiefer.

Der Stall hatte für überregionales Aufsehen gesorgt. Im Verfahren gingen mehr als 200 Schreiben aus ganz Deutschland ein, in denen Bedenken gegen das Vorhaben vorgebracht wurden. „Wir haben uns mit allen relevanten Punkten auseinandergesetzt“, sagt der Umweltfachmann.

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