Polizei: Elterntaxis sorgen für Chaos

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Elterntaxis sind doppelt schlimm für Kinder: Erstens stellen sie eine Gefahr dar und zweitens fehlen Kindern wertvolle Erfahrun
Elterntaxis sind doppelt schlimm für Kinder: Erstens stellen sie eine Gefahr dar und zweitens fehlen Kindern wertvolle Erfahrungen, wenn sie in die Schule gefahren werden. (Foto: Ralf Hirschberger/dpa)
Redaktionsleitung

Zum morgigen Schulanfang richten Schulleiter und Elternvertreter mahnende Worte in Richtung vieler Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren. „Mit den Elterntaxis habe ich großes Bauchweh“, sagt Stefan Koppenberg, Vorsitzender des Elternbeirats der Laizer Grundschule. Die Laizer Rektorin Gabriele Beuter pflichtet ihm bei: „Das ist brandgefährlich, weil man die Kinder einfach nicht sieht, wenn sie hinter dem Auto durchlaufen. Sie sind einfach zu klein.“

Der Parkplatz an der Geschwister-Scholl-Schule wurde zu Beginn des vergangenen Schuljahres für Elterntaxis gesperrt. Eine Schranke versperrt den Eltern, die meinen, ihre Kinder direkt an die Schultür fahren zu müssen, seither den Weg. Vor der Bilharzschule werden sich ab Montag dagegen wieder unschöne Szenen abspielen. In der Kolonne quetschen sich Eltern durch die Bilharzstraße, um ihre Kinder am Rondell abzusetzen oder abzuholen. Die Kinder versuchen dann irgendwie sicher über die Straße zu kommen und Beobachter wundern sich seit Jahren, dass noch nichts passiert ist.

Ein ähnliches Bild vor der Laizer Grundschule: Zum Glück ist die Schulstraße eine Einbahnstraße, sonst würden sich die Elterntaxis von beiden Seiten in Richtung Schule quetschen.

Der Elternbeiratsvorsitzende Stefan Koppenberg versucht es mit einem Ratschlag. Wenn Eltern meinen, sie müssten ihre Kinder mit dem Auto abholen, sollen sie abseits parken und zur Schule laufen. Wahrscheinlich weiß er selbst, dass sein Appell entweder ungehört bleibt oder nach ein paar Tagen wieder vergessen ist.

Die Polizei veröffentlicht zum Schulanfang einen ähnlichen Appell: „Machen Sie keine Fahrdienste mit dem Auto. Sofern es möglich ist, sollten Sie Ihr Kind immer zur Schule laufen lassen. Frische Luft und Bewegung am Morgen machen munter und sind ein optimaler Start für den Schultag. Außerdem lernen Kinder nur so, sich selbstständig und sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Dazu kommt, dass die Kolonnen von Eltern-Autos, die sogenannten Elterntaxis, immer wieder für gefährliche Situationen und Chaos vor dem Schulgelände sorgen.“ Und falls Eltern trotzdem fahren müssen: „Parken Sie möglichst ein Stück abseits des Schulgeländes und lassen Sie die Kinder wenigstens das letzte Stück zum Schultor allein laufen. Denken Sie bereits jetzt an die kommende dunkle Jahreszeit. Kinder sollten immer helle und reflektierende Kleidung tragen.“

Schulleiterin Gabriele Beuter selbst hat jedesmal ein ungutes Gefühl, wenn sie mit dem Auto an Schülern vorbeifährt. „Ich fahre im Schneckentempo, damit ich kein Kind übersehe.“ Und mit großer Wahrscheinlichkeit wird es ab heute wieder so kommen.

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