Neue musikalische Techniken faszinieren

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 Das Orchester der Musikhochschule Trossingen spielt auf Einladung der Gesellschaft für Kunst und Kultur in der Stadthalle.
Das Orchester der Musikhochschule Trossingen spielt auf Einladung der Gesellschaft für Kunst und Kultur in der Stadthalle. (Foto: Gregor Schill)
Gregor Schill

Zugegeben: Wäre die Einführung durch den Dirigenten des Orchesters der Musikhochschule Trossingen, Sebastian Tewinkel, ausgeblieben, dann hätte so mancher Zuhörer mit den ersten beiden Kompositionen vermutlich seine Berührungsängste gehabt. Wie Tewinkel jedoch im Vorfeld die modernen Werke von Henri Tomasi und Jörg Widmann sezierte und dem erwartungsvollen Publikum näherbrachte, das dürfte insbesondere auch die Mediziner in der Zuhörerschaft begeistert haben; es erinnerte an eine musiktheoretische Vorlesung auf höchstem Niveau und steigerte die Spannung zusätzlich.

So erfuhren die Zuschauer, welche außergewöhnlichen Techniken der Tonerzeugung die Streichinstrumente, die verschiedenen Blechblasinstrumente und selbst die Schlaginstrumente besitzen. Außerdem erfuhr das Publikum, welche Anforderungen diese den meisten bisher verborgen gebliebenen Techniken an die Musiker stellen. Dabei ging es ganz konkret um einige Besonderheiten: Die Blechbläser beispielsweise sprachen durch Verzicht auf Ansatz und Körperspannung förmlich durch ihre Instrumente hindurch. Die Perkussionisten bezogen alle Sektoren der Schlaginstrumente sowie selbst deren Umrandungen ein, während die Streicher durch Pizzicato-Techniken und durch Streichen direkt über den Steg ihrer Instrumente ganz ungewohnte Töne oder auch nur Geräusche erzeugten. So entstanden völlig neue Tonbilder und Klangfarben.

Quinn Parker als Posaunist brillierte im Konzert für Posaune und Orchester von Henri Tomasi. Falls es nach diesen Darbietungen auf höchstem Niveau überhaupt noch einen Zuhörer gegeben haben sollte, der auf das gebotene Programm etwas befremdlich reagiert hatte, so versöhnte diesen spätestens danach die Italienische Symphonie von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Kuku verzeichnet nach Konzert neue Mitglieder

Nicht zuletzt die Tatsache, dass die Gesellschaft für Kunst und Kultur (Kuku) an diesem Abend ein paar neue Mitgliedsanträge entgegennehmen durfte, spricht für die nachhaltige Professionalität der Organisation von Kuku – und die hohe Qualität der jungen Musiker aus zahlreichen Ländern der Welt.

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