Name: Im Pass heißt der Fürst Prinz

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Fürstin Katharina und Fürst Karl Friedrich führen ihren Titel ehrenhalber. Namensbestandteil ist er nicht.
Fürstin Katharina und Fürst Karl Friedrich führen ihren Titel ehrenhalber. Namensbestandteil ist er nicht. (Foto: Thomas Warnack)
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleitung

Die Anfragen häufen sich. Vom Standesamt wollen Menschen wissen, wie Karl Friedrich von Hohenzollern wirklich heißt. Fürst oder Prinz? Wer sein Interesse plausibel begründen kann und eine Verwaltungsgebühr in Höhe von sechs Euro begleicht, dem erteilt die Stadt Auskunft. So erklärt Norbert Stärk das Prozedere. Der Fürst, wie Karl Friedrich in Sigmaringen genannt wird, hat keine Auskunftssperre erwirkt. Das heißt: Die Stadt darf Auskunft geben. Eine Privatperson bezog ihre Anfrage auf einen Eintrag im Internetlexikon Wikipedia. Seit dem Tod Friedrich Wilhelms pflege er den Titel Fürst zu tragen, zitierte der Anfragende Wikipedia. Zu Recht oder zu Unrecht? Die Stadt lehnte eine Auskunft ab.

Standesamt gibt Auskunft

Doch der Eintrag bei Wikipedia ist richtig: Karl Friedrich und seine Frau Katharina tragen den Titel Fürst und Fürstin ehrenhalber. Er ist nicht Bestandteil ihres Namens und somit auch nicht im Melderegister eingetragen. Nach Angaben des Standesamts lautet der Familienname Prinz von Hohenzollern, Karl und Friedrich sind zwei von mehreren vermerkten Vornamen. Mit der Heirat im vergangenen Jahr nahm Nina de Zomer den Familiennamen ihres Mannes an und heißt seither laut Standesamt Katharina Prinzessin von Hohenzollern.

In der Weimarer Verfassung von 1919 wurden die Privilegien des Adels aufgehoben. Die Verfassung wurde nach der Abdankung Kaiser Wilhelms und dem damit verbundenen Ende der Monarchie geschrieben. Adelsbezeichnungen wie Prinz von Hohenzollern wurden laut Verfassung zu Familiennamen. Kein Bestandteil: Anredeformen wie Hoheit oder Durchlaucht. Von vielen Sigmaringern werden Adeligen aber auf diese Weise angeredet.

Der bis heute gültige Gesetzestext legt fest, dass sogenannte Erstgeburtstitel wie Fürst oder Erbprinz ebenso wenig Namensbestandteil werden. Sie erloschen mit dem Tod des bevorrechtigten Familienmitglieds. Im Falle der Hohenzollern führte Wilhelm von Hohenzollern bis zu seinem Tod 1927 als letzter die Bezeichnung Fürst im Namen. Seine Nachfolger heißen rechtlich lediglich Prinzen von Hohenzollern.

Der Fürst hat zu der Diskussion eine eindeutige Haltung. „Die namensrechtliche Regelung betrachte ich als nicht relevant, wenn die Bürger den Titel akzeptieren“, sagt er der SZ. „In Sigmaringen denkt so die überwiegende Mehrheit. Ich betrachte den Titel als Berufsbezeichnung.“

Seine Wahrnehmung stimmt. Der Respekt vor dem Fürstenhaus ist ungebrochen. Melderegister hin oder her. „In Sigmaringen ist es der Fürst von Hohenzollern“, sagt Ordnungsamtschef Stärk. Viele Bürger würden diese Aussage unterschreiben.

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