„Mittendrin“ zeigt Bilder beeinträchtiger Künstler

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 Diverse Werke beeinträchtiger Künstler sind seit dieser Woche im ökumenischen Büro „Mittendrin“ zu sehen.
Diverse Werke beeinträchtiger Künstler sind seit dieser Woche im ökumenischen Büro „Mittendrin“ zu sehen. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Das ökumenische Büro „Mittendrin – Kirche am Markt“ zeigt ab dieser Woche eine Ausstellung mit Arbeiten des „Atelier 5“. Sie trägt den Titel „Kunterbunt“ und wird von der evangelischen Kirchengemeinde und Mariaberg gemeinsam veranstaltet.

Das „Atelier 5“ ist eines der künstlerischen Angebote in Mariaberg, einem Stadtteil von Gammertingen auf der Schwäbischen Alb. 1998 wurde es gegründet. Der Name rührt von der Anzahl der Kunstschaffenden, die zu Beginn im „Atelier 5“ tätig waren. Aktuell arbeiten dort insgesamt etwa 20 Künstler mit geistiger oder psychischer Behinderung.

Die Menschen mit Handicap gestalten ihre eigenen Bildwelten und lassen ihrer Lust am Experimentieren und ihrer Freude an Farben freien Lauf. Ihre Werke entspringen nahezu ungefiltert dem inneren Erleben und haben dadurch eine unkonventionelle Bildsprache. Gratwanderungen zwischen Witz und großer Ernsthaftigkeit, zwischen humorvollen Zeichnungen und bedeutungsschweren Lebensthemen werden begangen.

Die Werke schillern einerseits zwischen Träumen, Wünschen, kleinen wie großen Alltagsfreuden und -sorgen sowie dem ungekünstelten, direkten Blick auf kleine wie große Gesellschaftsfragen andererseits. Die Unmittelbarkeit der schöpferischen Kraft wird so auch für die Betrachter der Arbeiten spürbar.

Die Begleitung der Künstler erfolgt nach dem Prinzip einer ethisch orientierten, professionellen Kunstassistenz; dazu zählen eine strukturierte Gestaltung der Atelierarbeit, technische Hilfestellungen oder der gezielten Positionierung im Kunstkontex. Die Kunstschaffenden werden dahingehend begleitet, ihren eigenen künstlerischen Ausdruck zu finden und zu stärken. Als wertgeschätzte Künstler erfahren sie so eine wichtige kulturelle und soziale Teilhabe. Die Ausstellung ist bis März 2020 zu sehen.

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