Mit Schmackes und schwäbischem Humor

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Die Gscheidles treffen ins Schwarze.
Die Gscheidles treffen ins Schwarze. (Foto: Susanne Grimm)
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Mit schwäbischem Humor hat das Comedy-Duo Elsbeth und Alois Gscheidle das Publikum in der Laizer Festhalle am Samstagabend zum Lachen gebracht – darunter auch Gerlinde Kretschmann. „Naseweiß“ heißt das neue Programm, das dem Laizer Publikum mit Schmackes serviert wurde. Dabei ließen die Gscheidles kein noch so krudes Klischee im Bereich der Geschlechter im Allgemeinen und der Schwaben im Besonderen aus und trafen damit immer ins Schwarze.

So wie bei den Verständigungs- und Interpretationsschwierigkeiten zwischen Mann und Frau, wenn sie beispielsweise von etwas Schnittigem in Rot träumt, das ganz schnell von Null auf Hundert ist und er ihr dann eine rote Waage kauft. Oder dass sie ihn während ihrer kurzen Abwesenheit beauftragt, zur Mittagszeit den kleinen Topf auf Stufe vier und den großen Topf auf Stufe fünf zu stellen. Natürlich meint sie Herd, er versteht aber Treppe, worauf sie ihn einen „bleden Seckel“ heißt. Eins ums andere Mal rissen solch spitzfindige Wortspiele der beiden großartigen Komödianten die Zuschauer zu überschäumendem Gelächter hin.

Verständnisvolles Nicken und mitleidiges Verständnis des weiblichen Publikums erntete Elsbeth, als sie von den geliebten Grillabenden ihres Mannes erzählte. Der Herr des Hauses präsentiert sich als Grillmeister und wähnt sich tatsächlich in dem Glauben, seinem Weib was Gutes getan zu haben, da sie ja heute „nicht kochen muss“. Geflissentlich wird übersehen, wer die ganzen Vorbereitungen und selbstverständlich auch die Aufräumarbeiten samt Grill putzen tätigt. Was ein Karikaturist mit spitzer Feder überzeichnet, bringen die Gscheidles mit unnachahmlichen Humor und augenzwinkernder Kenntnis der menschlichen Schwächen auf den Punkt.

Sparsamkeit als Thema

Natürlich bot auch die Sparsamkeit der Schwaben den Humoristen ein breites Feld, das sie auch tüchtig zu beackern verstanden. In Interaktion mit dem Publikum machte Alois seinen Geschlechtsgenossen deutlich, dass sich Kommunikation mit der Ehefrau nach spätestens zehn Jahren auf zehn Worte pro Tag beschränken kann. Drei Worte am Vormittag, nämlich „Morgen“ nach dem Aufstehen und „i gang“ nach dem Frühstück reiche völlig aus, um seine Absichten deutlich zu machen. Beim Heimkommen genüge ein fragendes „und?“ um das Befinden der Frau zu eruieren. „Veschbere mr?“ brauche er, um das Mitteilungsbedürfnis seines Weibs zu unterbrechen.

Beim Vespern braucht man nicht zu reden, da man ja den Mund voll hat und beim Fernsehen auch nicht, weil man sonst nicht mitkriegt, wer der Mörder ist oder wer ein Tor geschossen hat. Falls sich beim Zubettgehen das Testosteron zu regen beginnt, reiche ein fragender Blick und das bewährte „und?“. Falls die Angetraute Kopfweh oder Müdigkeit vorschiebt, seien die letzten Worte des Tages „dann halt it“. Der Saal tobte. Zumal Alois in die wortkarge Geschichte fleißig das Publikum mit einband.

Auch Gerlinde Kretschmann kam nicht ungeschoren davon, denn Alois machte sich nach Abfragen zu deren Ehedauer und seinen eigenen 32-jährigen Erfahrungen als Gatte von Elsbeth ernsthaft Gedanken: „Ist das vielleicht der Grund, warum dem Winfried Kretschmann dauernd die Haare zu Berge stehen?“ Das begeisterte Publikum und die Veranstalterin Ulrike Köberle-Stehle von der örtlichen Frauengemeinschaft KFD ließen die beiden Comedians nicht von der Bühne, ohne einige Zugaben zu erreichen.

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