Missel wirkte jahrzehntelang am Konvikt

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Geistlicher Rat Karl Missel (†) bei seinem goldenen Priesterjubiläum.
Geistlicher Rat Karl Missel (†) bei seinem goldenen Priesterjubiläum. (Foto: Archiv)
Schwäbische Zeitung

Am vergangenen Freitag, dem Tag der Beerdigung des ältesten Priesters im Dekanat, Theodor Zeller, ist in den frühen Morgenstunden ein weiterer Priester gestorben: Monsignore, Geistlicher Rat ad honorem Karl Missel. Karl Missel lebte seit seiner Zurruhesetzung im Jahr 2002 in Laiz in einem Haus der Sigmaringer Pfarrgemeinde St. Johann.

Am Nikolaustag, 6. Dezember1935, kam Karl Missel in Ostrach zur Welt. In Sigmaringen machte er 1956 am staatlichen Gymnasium sein Abitur und ging anschließend sofort zum Theologiestudium nach Freiburg und München und zur weiteren Ausbildungszeit nach St. Peter. Erzbischof Hermann Schäufele weihte ihn am 4. Juni 1961 in Freiburg zum Priester. Der Priesterweihe folgten Vikarszeiten in Vilsingen, in Konstanz Heilige Dreifaltigkeit und längere Zeiten in Triberg und Stockach.

Am Ende seiner Vikarszeit wurde er nicht Pfarrer, sondern wurde nach Sigmaringenversetzt, um als Pädagoge und Religionspädagoge für die nächsten mehr als drei Jahrzehnte segensreich zu wirken.

Als Rektor am Erzbischöflichen Kinderheim St. Fidelis in Sigmaringen, dem Konvikt, und als Religionslehrer am staatlichen Gymnasium, später Hohenzollern-Gymnasium, prägte er viele junge Menschen entscheidend mit.

Neben der Achtung für die einzelnen jungen Menschen waren ihm die musische Bildung und die Offenheit für Kunst wichtige weitere Quellen für sein Wirken. Dieses sein Wirken wurde schließlich auch anerkannt in der bischöflichen Ehrung, als er 1982 von Erzbischof Oskar Saier zum Geistlichen Rat ad honorem ernannt wurde.

Mit dieser Ehrung wurden auch sein Engagement als Schuldekan und sein Engagement im Priesterrat geehrt, vor allem aber die große Leistung des Konviktes und seines Rektors, junge Menschen in ihrer Berufungsfindung zu unterstützen und die Impulse des Zweiten Vatikanischen Konzils umzusetzen. Eine besondere Ehrung erfolgte mit der Ernennung zum Monsignore im Jahr 1987.

In seiner aktiven Zeit war er mit vielen Pfarreien des Dekanates und mit seiner Heimat Ostrach in besonderer Weise verbunden, bei vielen festlichen Gottesdiensten war er ein kraftvoller Prediger, so wie ihm die Schulgottesdienste des Sigmaringer Hohenzollern-Gymnasiums stets Anliegen waren.

Die letzten Jahre war sein Radius sehr stark darauf beschränkt, dass sich ein Freundeskreis um ihn und seine Wohnung bildete und er so die menschlichen Kontakte pflegte und seelsorgerlich wirkte. Im Jahr 2011 konnte er mit vielen Freunden, Bekannten, Verwandten und Mitbrüdern sein goldenes Priesterjubiläum in Ostrach feiern.

Schüler, Kollegen und Freunde werden sich morgen in der Pfarrkirche Laiz um 18.30 Uhr zum Totengebet versammeln. Der Eucharistiefeier am Mittwoch um 14 Uhr in Ostrach steht Dekan Christoph Neubrand vor.

In der Kirche wird die Aussegnung erfolgen, anschließend wird der Leichnam von Karl Missel im Priestergrab des Ostracher Friedhofes beigesetzt.

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