Menschen mit Behinderung feiern einen unbeschwerten Fasnetsabend

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Susanne Grimm

Rappelvoll ist die Laizer Festhalle beim Ball des Vereins „Hilfe für Behinderte“ unter dem Vorsitz von Cornelia Hund am Freitagabend gewesen. Unter dem Motto „Reise um die Welt“ erlebte das Publikum einen unbeschwerten Fasnetsabend, bei dem Martin Klawitter als Moderator und ganz dem Motto entsprechend als Flugkapitän durchs Programm führte. Gemeinsam mit seinem Kopiloten Manuel, einem jungen Mann mit Handicap, nahm der Kapitän das Publikum mit auf eine imaginäre Reise um die Welt.

Wie in den vergangenen Jahren auch hatten die Veranstalter des Balls wieder dafür gesorgt, dass auf der Bühne dauernd etwas los war. Schon zu Beginn heizte die „Ennetacher Fasnetsband(e) Annada“ den Gästen mit fetziger Musik tüchtig ein. Die fast 40-köpfige Musikergruppe bereicherte zum zweiten Mal den Ball der Menschen mit Behinderung mit Rock und Schlagern im Stil einer Guggenmusik – jedoch deutlich melodischer und differenzierter.

Jedenfalls gab es unter dem gut halbstündigen Auftritt der Fasnetsbande kein Halten mehr, zumal sich kein Anwesender der unglaublich mitreißenden Animation des musikalischen Leiters Carsten Uhl zu entziehen vermochte. Der Blasmusiker scheute keine Mühe, die Stimmung aufzuheizen: Mit vollem Körpereinsatz und Sprung auf die Tische begeisterte er das Publikum.

Ruhiger ließ es die „Undercover Group“ aus Frohnstetten angehen. Die Tanzgruppe unter der Leitung von Judith Stehle, die eigentlich nur aus Mitgliedern der Familie Stehle besteht, gehört seit Anbeginn zum festen Programmbestandteil des Balls, der vor 28 Jahren von Kordula Rapp aus Ennetach ins Leben gerufen worden war.

Seither ist der Ball für behinderte Menschen aus dem gesamten Landkreis aus dem regionalen Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken. „Es wäre auch schade, wenn es ihn nicht mehr gäbe“, sagte die Initiatorin in einem Gespräch. Allein die strahlenden Gesichter der Menschen mit Handicap, ihr Spaß am Verkleiden und der Drang, sich voller Freude zur Musik zu bewegen, bewies dem unbefangenen Zuschauer, dass diese Veranstaltung für alle ein echter Gewinn ist.

Für ihr jahrzehntelanges Engagement um den kreisweiten Verein „Hilfe für Behinderte“ erfuhr Kordula Rapp mit Tochter Christiane, Schwiegersohn Alex, Sohn Florian und Enkelin Sophie, die ebenfalls seit Jahren aus der Vereinsarbeit nicht mehr wegzudenken sind, aus den Händen der Vorsitzenden Elfriede Grünwied eine verdiente Ehrung. Mittlerweile hat Grünwied die Organisation des Balls übernommen, der auch in den kommenden Jahren stattfinden soll.

Rapp war es auch, die als Gründungs- und lange Jahre auch als Vorsitzende und Vorstandsmitglied den Gedanken der Integration und Inklusion in der Gesellschaft vorangetrieben hat, indem sie beispielsweise viele andere Vereine und Organisationen zur Mitarbeit im Verein der Behinderten angeregt und eingebunden hat. So gehört auch der Sigmaringer Spielmanns- und Fanfarenzug seit 28 Jahren zu den treuen Mitwirkenden am Fasnetsball, die ihren musikalischen Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung leisten. „Sie haben noch kein einziges Mal gefehlt“, sagte Rapp, die große Dankbarkeit erkennen ließ.

Auch die Garde der Benzinger Germanenzunft war und ist fester Bestandteil des Programms. Unter ihren Leiterinnen Karin und Lisa Clemens begeisterten sie die Zuschauer mit einer bezaubernden Showeinlage. Lisa Clemens hatte es sich nicht nehmen lassen, an diesem Abend aufzutreten, auch wenn sie am Freitag Geburtstag hatte. Entsprechend ließ das Publikum die nun 16-Jährige hochleben.

Selbstverständlich fehlten auch weitere treue Begleiter des Vereins nicht, wie die Straßberger Burgnarren unter Vanessa Kraus und die Turnerfrauen aus Rosna mit ihren Übungsleiterinnen Uli Binder, Silvia Schwarz und Manuela Frick. Und natürlich waren auch wieder die Los Banditos mit dabei, die Tanzgruppe der Oberschwäbischen Werkstätten für Behinderte (OWB), die unter der Leitung von Jutta Naber und Lydia Dreher einen Tanz einstudiert hatten.

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