„Man muss am Schreiben Gefallen finden“

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 Anastasia Burgardt signiert den Gästen nach ihrer ersten öffentlichen Lesung ihren Roman „Augen wie Opal“.
Anastasia Burgardt signiert den Gästen nach ihrer ersten öffentlichen Lesung ihren Roman „Augen wie Opal“. (Foto: Gabriele Loges)
Gabriele Loges

Die Stadtbibliothek hat zusammen mit der Buchhandlung Rabe die erst 14-Jährige Autorin Anastasia Burgardt aus Vilsingen zu ihrer ersten öffentlichen Lesung eingeladen. Gut 25 interessierte Zuhörer jeden Alters waren gekommen. Die Jungautorin beantwortete viele Fragen dazu, wie aus ihrer Idee der Fantasy-Roman namens „Augen wie Opal“ geworden ist.

Die Bibliotheksleiterin Christina Thormann begrüßte die Zuhörer und den „Stargast“ des Abends: „Wir laden gerne große und kleinere Autoren ein, denn die Vielfalt prägt die Stadtbibliothek.“ Die Schülerin der Liebfrauenschule lud zu einem Gespräch nach und zwischen der Lesung ein. Zunächst las sie drei kürzere Textpassagen und danach nochmal drei.

Ihre Geschichte handelt von einem besonderen Mädchen namens Clavis, das mit knapp 17 Jahren erfährt, dass es nicht wie seine Geschwister ist. Das Mädchen ist ein „Edelsteinkind“ und somit nicht von dieser Welt: Die unterschiedlichen Edelsteine, so wird ihr von der Frau mit dem Perlenohrring erklärt, „sind unsere Seelen. Sie kommen zum Vorschein, sobald sich unsere Kräfte vollständig entwickelt haben und wir uns unserer selbst bewusst sind.“ Anastasia, die selbst begeisterte Fantasy-Leserin ist und sich viele Bücher auch aus der Stadtbibliothek ausgeliehen hat, lässt ihre Heldin zwischen Leben, Liebe und Tod Abenteuerliches erleben.

Offen beantwortete Anastasia danach Fragen. Auf „warum gerade Fantasy?“, antwortete sie, sie lese selbst viele solcher Bücher und wollte deshalb in diesem Genre schreiben. Ihr nächstes Buch soll allerdings ein Krimi werden. Ob es schwierig gewesen sei, erkundigte sich eine junge Zuhörerin, einen Verlag zu finden? „Nein“, sagte Anastasia. Sie habe ihr Skript an drei Verlage geschickt und einer habe bald zugesagt. Wie sie beim Schreiben vorgegangen sei, wollte ein Zuhörer wissen: „Ich habe vom Ende her geschrieben.“ Manchmal sei dies nicht einfach gewesen. „Den Kreis zu schließen, ist mir nicht leicht gefallen“, sagte Anastasia. Die Idee dazu sei relativ spontan gekommen. Danach habe sie viel Zeit am Computer verbracht. Ein Jahr lang habe sie geschrieben und die Mutter habe sie öfter ermahnt, dass man auch schlafen müsse. Die Eltern haben sie von Anfang an beim Buch-Projekt unterstützt.

Das nächste Buch wird ein Krimi

Ob sie lange recherchiert habe? „Ja“, so Anastasia. „Den Edelsteinen werden bestimmte Eigenschaften zugeschrieben, das habe ich einfließen lassen“. Außerdem suchte sie im Internet, ob ihre Geschichte schon in ähnlicher Form existiert. Wichtig sei: „Man muss wirklich Spaß daran haben, man muss Gefallen am Schreiben finden.“

Neben der Schule zu schreiben, sei für sie kein Problem. Manchmal kommen Anastasia auch im Unterricht Ideen: „Die schreibe ich dann hinten ins Heft rein.“ Auf die Frage, ob das Schreiben in der Familie liege, meinte Anastasia, eher nicht, doch ihre Mutter konnte Neues beisteuern: „Oma hat, als sie jung war, Gedichte geschrieben, auch ich wollte schreiben, aber wir haben nie Zeit gehabt.“ Eine Zuhörerin fragte, ob sie eine Fortsetzung plane. Anastasia antwortete: „Nein, es wird keine Fortsetzung geben.“ Weiter schreiben wolle sie auf jeden Fall, einen Krimi. Da man ihr aber gesagt habe, man könne damit wenig verdienen, sei derzeit Marketingmanagerin ihr Berufswunsch. Im Anschluss an die kurzweilige Lesung signierte die junge Autorin den Gästen ihr Buch.

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