„Lebensmittel werden wieder als lebenswichtig wahrgenommen“

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„Lebensmittel werden wieder als lebenswichtig wahrgenommen“
„Lebensmittel werden wieder als lebenswichtig wahrgenommen“ (Foto: Hochschule)
Schwäbische Zeitung

Professor Dr. Gertrud Winkler ist Studiendekanin des Studiengangs Lebensmittel, Ernährung, Hygiene (LEH) an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen. Im Interview gibt sie Ratschläge, wie man in der derzeitigen Situation sein Immunsystem mit gesunder Ernährung stärken kann, heißt es in einer Pressemeldung der Hochschule. Es ist der Anfang einer Serie, die in loser Reihenfolge erscheint.

Frau Winkler, wie kann man in der derzeitigen Situation sein Immunsystem stärken?

Winkler: Neben maßvoller körperlicher Bewegung, Entspannung und Sonnenlicht stärkt eine gesunde Ernährung das Immunsystem nachhaltig. Um die Abwehrkräfte zu stärken, sollte man besonders viel frisches Gemüse und Obst essen. Diese Lebensmittel liefern Vitamine, Mineralstoffe sowie Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe. Sie aktivieren und stärken die Abwehrkräfte. Bevorzugen Sie regionale Ware und bereiten Sie diese frisch zu. Probieren Sie auch mal neue Sorten. Übrigens: Hülsenfrüchte sind die perfekte Alternative zu Nudeln – einfach zu lagern, sehr lange haltbar, vielseitig und gesund.

Worauf kann man noch achten?

Winkler: Die Immunabwehr läuft auch über unseren Darm. Vollkornprodukte enthalten Ballaststoffe, die für eine gesunde Darmfunktion sehr wichtig sind. Vollkornreis sowie Mehle, Nudeln und Backwaren aus Vollkorn sind fast nie vergriffen. Darüber hinaus sollten Sie viel trinken – ideal sind 1,5 bis zwei Liter pro Tag. Über feuchte Schleimhäute in Nase und Rachen können Viren und Bakterien nicht so leicht in den Körper gelangen. Trinken Sie statt gesüßter Getränke am besten Leitungswasser, was mit Zitronen- und Orangenscheiben aufgepeppt werden kann, oder Kräuter- und Früchtetees.

Sollte man zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel nehmen?

Winkler: Auf Nahrungsergänzungsmittel können Sie verzichten – es sei denn, dass bei Ihnen tatsächlich ein Mangel diagnostiziert wurde. Kein Nahrungsergänzungsmittel kann eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus verhindern.

Haben Sie Tipps zum Kochen mit Kindern?

Winkler: Das Internet ist voll von gelingsicheren Rezepten, die mit wenigen Zutaten auskommen. Lassen Sie sich auf neue Erfahrungen ein. Geben Sie kleinen Kindern einfache, aber unverzichtbare Aufgaben. Große Kinder und vor allem Jugendliche können bereits einfache Mahlzeiten entweder alleine vor- und zubereiten oder Chef des „Küchenteams“ sein. Kochen beginnt nicht erst in der Küche. Durch den milden Winter sprießen Bärlauch und Löwenzahn – sie können gemeinsam bestimmt, gepflückt und zubereitet werden. Und ein hübsch angerichteter Teller und ein schön gedeckter Tisch steigern Wohlbefinden und Lebensfreude.

Führt die Corona-Krise zu einem neuen Umgang mit Lebensmitteln?

Ja, mit Sicherheit. Die für uns völlig neuen Erfahrungen beim Einkauf sowie im Familienalltag bewirken eines: Lebensmittel werden endlich wieder als lebenswichtig wahrgenommen und wertgeschätzt.

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