Landestheater Tübingen spielt den talentierten Mr. Ripley in Sigmaringen

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Elisabeth Weiger

Der talentierte Mr. Ripley hat dem Veranstalter, der Gesellschaft für Kunst und Kultur, eine gut besetzte Stadthalle beschert. Der talentierte Mr. Ripley ist ein Schauspiel nach dem Kriminalroman von Patricia Highsmith und wurde vom Landestheater Tübingen (LTT) gespielt.

Rund 90 Minuten lang tauchte das Theaterpublikum, darunter über hundert Schüler des Hohenzollerngymnasiums, ein in die Obsessionen des Mr Ripley ein. Dieser ist ein durchaus sympathischer junger Mann. Er nutzt seine Kühnheit und Entschlossenheit dazu, den Traum von einem Leben auf der Sonnenseite zu verwirklichen denn, so Patricia Highsmith: „Warum sollte ein talentierter Mensch nicht tun, was seine Talente ihm ermöglichen?“

Den vier Protagonisten der Handlung Tom Ripley (Jens Lamprecht), Dickie Greenleaf (Rinaldo Steller) sowie Marge Sherwood (Florenze Schüssler) und Freddie Miles (Nicolai Gonther) dienten vier bewegliche Treppen und einige spärliche Requisiten wie eine Schreibmaschine, ein Handtuch oder eine Sporttasche dazu, die Bühne in Windeseile in ein New Yorker Hinterzimmer, eine Strandbar oder in ein römisches Hotelzimmer zu verwandeln.

Voller Tatendrang und miteinem Vorsatz

Der smarte Tom Ripley ist ein New Yorker Kleinkrimineller, der den „verlorenen Sohn“ des Werftbesitzers Greenleaf aus Italien nach Amerika zurückholen soll. Voller Tatendrang und mit dem Vorsatz, seinem bisherigen Leben zu entfliehen, stellt sich Ripley der Aufgabe. In Süditalien lernt er das „dolce far niente“ Leben von Dickie Greenleaf und seiner Freundin Marge kennen, drängt sich in die Beziehung ein und verliebt sich in Dickie. Seine Obsession geht so weit, dass er Dickies Kleider trägt und Szenen spielt, in denen er Dickies Rolle einnimmt. Schon bald jedoch verliert dieser sein Interesse an dem Eindringling und wendet sich wieder Marge und seinen alten Freunden zu. Auf offenem Meer erschlägt Ripley Dickie, versenkt seine Leiche und nimmt dessen Identität an. Im weiteren Verlauf der Handlung ist er Dickie, dann wieder Tom, je nach der gebotenen Notwendigkeit. Ein zweiter Mord folgt, um den vorherigen zu verdecken. Zwischen den Morden suchen Panikattacken den Protagonisten heim. Schrille Musik und gleißendes Licht untermalen die Albträume, welche ihn mit seinen Taten konfrontieren. Obwohl das Böse triumphiert und der talentierte Mr. Ripley, seinen Verfolgern immer einen Schritt voraus, mit seinen Taten durchkommt, endet das Stück unerwartet abrupt, sodass der wohlverdiente Applaus für die schauspielerische Leistung der Darsteller zwar etwas verzögert, jedoch nicht weniger langanhaltend ausfiel.

„Die Rückblenden im Kopf des Mr Ripley waren für mich etwas verwirrend, aber gefallen hat es mir auf jeden Fall“, urteilte Theaterbesucher Leo Hahn, ein Schüler des Hohenzollerngymnasiums auf dem Weg nach draußen.

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