Land fördert Integration im Kreis mit 210 000 Euro

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Ein Flüchtlings- und Integrationsbeauftragter ist die zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle für alle Integrationsangelegenh
Ein Flüchtlings- und Integrationsbeauftragter ist die zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle für alle Integrationsangelegenh (Foto: Archiv: dpa)
Redakteur Sigmaringen

Die Stadt Sigmaringen und der Landkreis erhalten vom Land jeweils 105 000 Euro für die Beschäftigung von Integrations- beziehungsweise Flüchlingsbeauftragten (die SZ berichtete). Damit kann zunächst über einen Zeitraum von drei Jahren im Rathaus und im Landratsamt eine Stelle eingerichtet werden. Insgesamt handelt es sich um ein Fördervolumen des Landes in Höhe von 13,2 Millionen Euro.

Dem Förderprogramm liegt die Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Integration über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und Integration vom 12. August 2013 zugrunde. Die Zuwendungsbescheide sind bei der Stadt und beim Landkreis noch nicht eingegangen, werden aber kurzfristig erwartet, sodass die Stellen dann so schnell wie möglich besetzt werden können.

Die Aufgaben für einen Integrationsbeauftragten sind vielfältig und umfassen ein ganzes Bündel von Verwaltungs- und Organisationsvorgängen. So ist er die zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle für alle Integrationsangelegenheiten in seiner Behörde. Ihm obliegt die Bestandsaufnahme, Bündelung und Optimierung des örtlichen Integrationsangebotes der Kommunen. Wichtig ist dabei der Aufbau eines kreisweiten Netzwerkes unter Einbeziehung aller an der Flüchtlingsarbeit Beteiligten. Das gilt besonders für die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer.

Ferner obliegt dem Integrationsbeauftragten die Information der Zielgruppen über die bestehenden Hilfsangebote, die Konzeptentwicklung und Erarbeitung eines Integrationsberichtes, die Erfassung von Förderprogrammen sowie die Öffentlichkeitsarbeit.

Tobia Kolbeck, Sprecher des Landratsamtes, betont, dass ein Kandidat über ein hohen Maß an sozialer Kompetenz verfügen sollte sowie ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten und Organisationstalent mitbringen muss. Angesichts der momentanen Situation bei der Flüchtlingsaufnahme und der umfassenden Aufgabenstellung bleibt auch nicht viel Zeit zur Einarbeitung, denn der Bewerber soll so schnell wie möglich die Arbeit aufnehmen.

Wie wichtig die Aufgaben des Integrationsbeauftragten sind, betont Integrationsministerin Bilkay Öney: „Das Antragsvolumen hat sich im Vergleich zur Förderrunde 2015 mehr als verdoppelt. Die Steigerung beruht hauptsächlich auf den Maßnahmen im Flüchtlingsbereich. Dies zeigt, dass die Kommunen hier sehr engagiert sind und dass wir mit der Förderung von Flüchtlingsbeauftragten die richtige Antwort gefunden haben“, so die Ministerin.

Insgesamt werden 158 Maßnahmen gefördert, davon etliche auch mit der halben Summe von 52 250 Euro. In den Kreis Sigmaringen hingegen kommen insgesamt 210 000 Euro. Es können zwar noch weitere Anträge gestellt werden, über diese muss jedoch eine Jury entscheiden.

Die Sigmaringer Stadtverwaltung konnte noch keine näheren Angaben zu den Aufgaben des Beauftragten in ihrem Bereich geben.

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