Laizer wollen Wendelinusquelle erhalten

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Lothar Scheit (rechts) übergibt die Unterschriften zum Erhalt der Quelle an den Laizer Ortsvorsteher Wolfgang Querner. Im Hinte
Lothar Scheit (rechts) übergibt die Unterschriften zum Erhalt der Quelle an den Laizer Ortsvorsteher Wolfgang Querner. Im Hintergrund ist das Pumphäuschen zu sehen. (Foto: Michael Hescheler)
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleitung

Eine Interessengemeinschaft hat 522 Unterschriften zum Erhalt der Wendelinusquelle in Laiz gesammelt. Lothar Scheit von der Interessengemeinschaft übergab die Unterschriften an Ortsvorsteher Wolfgang Querner. Mit ihren Unterschriften wollen die Bürger ihren Willen zum Erhalt der Quelle bekunden, die einen Großteil des 3000 Einwohner umfassenden Stadtteils mit Trinkwasser versorgt. Lothar Scheit sagt: „Alle, die den Vergleich zum Sigmaringer Wasser haben, sagen: Das Laizer Wasser ist besser.“

Die Vertreter des Laizer Ortschaftsrats sind „hellhörig geworden“, wie es Wolfgang Querner formuliert, als der städtische Wassermeister eine kostspielige Sanierung der Infrastruktur der Wendelinusquelle ankündigte. Nach Angaben des Ortsvorstehers müsse das Quellhäuschen, das aktuell ein einfaches Holzhaus ist, mittelfristig durch ein fest ummauertes Haus ersetzt werden, um die Sicherheit zu erhöhen. Vom Quellhaus zum Pumphaus müssten außerdem die Leitungen erneuert werden. Die Stadtwerke rechnen mit Kosten in Höhe von mindestens 350 000 Euro.

Der Werkleiter der Sigmaringer Stadtwerke, Bernt Aßfalg, sagt zu den Überlegungen: Ein Gutachten aus dem Jahr 2015 empfiehlt die Stilllegung der Quelle. Aus Sicht der Stadtwerke ist die Versorgung von Laiz unproblematisch von Sigmaringen aus möglich. Das Sigmaringer Wasser sei „optimal aufbereitet“, so der Werkleiter.

Bernt Aßfalg macht außerdem darauf aufmerksam, dass es durch die Lage der Quelle bei außergewöhnlichem Regen und Schneeschmelze zu geringen mikrobiologischen Belastungen komme, die zurzeit über eine UV-Anlage desinfiziert werden. Um die langfristige Qualität der Wendelinusquelle beurteilen zu können, müsse das Wasser laut den Stadtwerken über einen Zeitraum von zehn bis 20 Wochen untersucht werden. Aus diesen Ergebnissen leite sich dann die Art der Aufbereitung ab, damit die Vorgaben der Trinkwasserverordnung künftig eingehalten werden könnten. Dies löse unter Umständen weitere erhebliche Investitionen aus, deren Größenordnung allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht feststehe, so der Werkleiter.

Laizer Wasser ist weicher als das Sigmaringer

Das Hauptargument der Interessengemeinschaft ist die Qualität des Laizer Wassers: Sein Härtegrad ist mit 13,9 dH geringer als der des Sigmaringer Wassers (17,4 dH). Die Zahlen beziehen sich auf einen Prüfbericht eines Tübinger Instituts. Das Wasser stammt nach Angaben der Interessengemeinschaft aus dem Paulter Tal, in dem die Donau ihr urzeitliches Flussbett gehabt habe.

Statt einer Stilllegung wäre aus Sicht der Laizer sogar eine Versorgung anderer Stadtteile mit der Quelle möglich. Nach Angaben des Ortsvorstehers laufen die Pumpen nicht länger als täglich vier bis fünf Stunden. Der Rest des Wasser, den die Quelle ausschüttet, fließt über einen Bach in die Donau. „Die Quelle ist so stark, dass sie das Sigmaringer Netz mitversorgen könnte“, sagt Lothar Scheit. In früheren Jahren tranken auch Bürger im Schmeiental das Wasser der Wendelinusquelle. Zwischenzeitlich beschränkt sich die Versorgung auf große Teile von Laiz.

In dem Schreiben an die Bürger ist von „Fahrlässigkeit“ die Rede, eine Schließung der Quelle in Erwägung zu ziehen. Die Wasserqualität und die Sicherung einer alternativen Versorgungsmöglichkeit würden die Investitionen bei Weitem aufwiegen. Der Laizer Wasserinstallateur Gerd Horn ist zudem der Meinung, dass eine Schließung der Quelle den Wasserpreis für die Ortsbewohner nicht unbedingt reduzieren würde. Aus diesen Gründen wollen die Vertreter der Interessengemeinschaft nun das Gespräch mit der Sigmaringer Stadtverwaltung suchen, um die Schließung zu verhindern.

Nach Angaben der Stadtverwaltung sollen die Gremien im zweiten Halbjahr über die Zukunft der Quelle entscheiden.

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