Kulturforum einigt sich auf Schwerpunkt für das Jahr 2021

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 Der Schwerpunkt im Jahr 2021 ist „Archive und Bibliotheken“.
Der Schwerpunkt im Jahr 2021 ist „Archive und Bibliotheken“. (Foto: David Ebener/dpa)
Vera Romeu

Die Vorstandschaft des Kulturforums hatte sich im Vorfeld der Jahresversammlung nicht auf das Thema des Kulturschwerpunktes 2021 einigen können. So mussten Kreiskulturamtsleiter Edwin Weber und Nikolaus Mohr als Kontrahenten ihren Vorschlag und ihre Argumente vorlegen. Die Entscheidung fiel dann doch klar aus: 14 votierten für Webers Vorschlag „Archive und Bibliotheken“ und nur vier für Mohrs Vorschlag „Jugend und Kultur“.

Weber erklärte ein konkretes Thema wählen zu wollen. In allen Teilorten und Gemeinden des Landkreises gebe es Archive. Es gebe sieben kommunale Bibliotheken sowie Fachbibliotheken. Die Veranstaltungen werden sich mit ganz verschiedenen Fragestellungen befassen: Welche Erinnerungen sind gespeichert, wie verändert sich der Bildungskanon, wie steht es mit der Lesekultur? Es werde Ausstellungen in Bibliotheken und Archiven geben, es werden Führungen angeboten. Auch soll die Jugend über ihren Bildungskanon und ihr Leseverhalten gefragt werden.

Wo bleibt die Jugend?

„Warum kommen die jungen Leute nicht zum Kulturforum und zu klassischen Konzerten? Wo sind sie beim Thema Kultur?“, fragte Mohr provokativ. Das Kulturforum müsse sich endlich der Jugend zuwenden. „Das wird sehr anstrengend sein aber wichtig für die Zukunft“, argumentierte er. Die Jugend sollte aufgefordert werden, Kulturveranstaltungen zu machen. Die Jugend habe eine eigene Kultur, die sichtbar gemacht werden sollte. Mohr erklärte, dass er den Kulturschwerpunkt „Archive und Bibliotheken“ ein paar Jahre zu Webers Verabschiedung in den Ruhestand aufschieben möchte.

„Wo soll es 2021 hingehen?“, fragte Bürkle. Für den Schwerpunkt „Jugend und Kultur“ kamen einige Argumente zusammen. Die Jugend habe sich verändert, da wäre es interessant, ihre Sprache und Freizeitverhalten herauszukristallisieren. Es sei eine wichtige Aufgabe, die Jugend an Kultur heranzuführen. Das Kulturforum sollte aktiv auf die Jugend zugehen, auch um den Nachwuchs zu sichern. Die Jugend habe zwar andere Vorstellung von Kultur, doch für die Zukunft bringe dieser Kulturschwerpunkt einen Mehrwert.

Keinen Zugang zur Jugendkultur

Es gebe zwar Akteure in der Jugendkultur, doch kenne das Kulturforum sie nicht und habe keinen Zugang dazu. Deshalb wäre der Aufwand für ein Programm sehr hoch. Es sei auch nicht die Aufgabe des Kulturforums, die Jugend an die Hand zu nehmen. Die Jugend wolle auch nicht an die Hand genommen werden. Das Kulturforum könne ihnen eine Plattform geben und sie einbeziehen. „Aber da werden Dinge kommen, wo wir uns fragen werden müssen, ob das noch Kultur ist. Wir werden sehr offen sein müssen“, gab ein Mitglied zu bedenken.

Mohr verteidigte seinen Vorschlag: Die Jugend sei Teil des Landkreises. Es gebe eine aktive Jugend, man müsse die bekannten Leute ansprechen, dann werde ein Schneeball-Effekt einsetzen. „Natürlich wird das Kulturforum mit Rappern konfrontiert, aber unsere Eltern haben sich auch den Beatles stellen müssen“, erinnerte Mohr. Weber argumentierte, dass man immer Veranstaltungen für die Jugend auf dem Programm hatte. Die Fähigkeit, auf die Jugend zuzugehen, sei bei der Jugendagentur besser angesiedelt. Er gab zu bedenken, dass das Kulturforum ein Netzwerk sei, das auf die bewährten Akteuren angewiesen sei, um ein Kulturprogramm aufzustellen. „Ich traue mir nicht zu, ,Jugend und Kultur’ zu koordinieren“, sagte Weber, bot aber an, Angebote für die Jugend in „Archive und Bibliotheken“ zu integrieren.

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