Kreiskulturforum plant die kommenden Jahre

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 Der Vorstand des Kreiskulturforums: Edwin Ernst Weber (von links), Landrätin Stefanie Bürkle, Nikolaus Mohr, Angela Seeger, Hol
Der Vorstand des Kreiskulturforums: Edwin Ernst Weber (von links), Landrätin Stefanie Bürkle, Nikolaus Mohr, Angela Seeger, Holger Jerg und Beate Rimmele. (Foto: Gabriele Loges)
Gabriele Loges

Das Kreiskulturforum Kreis Sigmaringen hat sich zur Hauptversammlung in Sigmaringendorf im Probenhaus der Waldbühne getroffen. Auf der Tagesordnung des Kreiskulturforums standen unter anderem die Neuwahl des Vorstands und die Vorstellung des angedachten Projekts eines kreisweiten Kultur-Veranstaltungskalenders. Landrätin Stefanie Bürkle eröffnete die Sitzung, die jedes Jahr an einem anderen Veranstaltungsort stattfindet: „Wir kommen durch den kompletten Drei-Länder-Kreis und können mit 135 institutionellen und persönlichen Mitgliedern die Zahlen konstant halten.“ Der Kulturschwerpunkt „Demokratie und Freiheit“ sei sehr erfolgreich gewesen und werde noch über den Jahreswechsel mit interessanten Veranstaltungen fortgeführt.

Kinofilme und Vorträge

Geschäftsführer und Kreiskulturamtsleiter Edwin Ernst Weber ließ das bisherige Angebot Revue passieren: Ausstellungen, Kinofilme, Vorträge oder den „Hate Slam“ der „Schwäbischen Zeitung“. Nach dem Bericht des Schatzmeisters Erik Münz wurde diesem für sechs Jahre Vorstandsarbeit gedankt. Aus familiären Gründen zog er sich von seinem Posten zurück. Nach der Entlastung des Vorstands wurde dieser neu gewählt. Der ehemalige Landrat Dirk Gaerte leitete die Wahl: Als Schatzmeisterin wurde Angela Seeger von der Hohenzollerischen Landesbank gewählt. Alle anderen Vorstandsmitglieder wurden auf ihrem Posten bestätigt. Landrätin Bürkle ist erste Vorsitzende, Holger Jerg, Nikolaus Mohr und Beate Rimmele sind Beisitzer. Geschäftsführer bleibt Kulturamtsleiter Weber. Der Themenschwerpunkt für das kommende Jahr „Industrie und Handwerk“ wurde bereits Ende 2016 beschlossen. Rimmele und Mohr hatten sich dafür stark gemacht und bei der Sitzung mögliche Veranstaltungen vorgestellt: Einzelbetriebe und ihre Expansion im Kontext von Export und Globalisierung, Umweltschutz, Handwerksbetriebe, Globalplayer in der Provinz und vieles mehr.

Gerlinde Kretschmann möchte den Blick auf die Textilindustrie lenken. Sie war Anfang der 1970er Jahre Lehrerin in Neufra – damals gab es in fast jeder Familie Heimarbeit: „Das war eine Möglichkeit, aus der Armut herauszukommen.“ Zur Umsetzung der Ideen, lud Weber die Mitglieder ein, in einer Projektgruppe ab Februar mitzuwirken. Außerdem wurde der Themenschwerpunkt für das Jahr 2020 beschlossen. Weber stellte das Thema „Historisches Erinnern“ vor. Anlass sei das Kriegsende 1945 und der Untergang der Unrechtsherrschaft der Nationalsozialisten.

Erinnerung sei individuell von Bedeutung, zeige aber auch, was einer Gesellschaft heute wichtig ist und „wo wir hinwollen“. Für den Wandel und die Zukunft müsse man in die Geschichte schauen. Nicht, um sie zu missbrauchen, sondern um sie offen zu befragen. Diskussion gab es bei einem weiteren Tagesordnungspunkt: Vorstellung des Projekts eines internetgestützten kreisweiten Kultur-Veranstaltungskalenders durch den Gmeiner-Verlag Meßkirch. Immer wieder, so Verleger Armin Gmeiner, war überlegt worden, ob eine gedruckte Kreiskulturzeitung möglich wäre, aber dies sei ihm aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich. Zwei Verlagsmitarbeiterinnen stellten das entwickelte Konzept vor. Alle Termine im Kreis könnten auf einer werbefreien Plattform eingestellt werden. Partner wären die Kommunen, die eine Gebühr (zwischen 150 und 300 Euro pro Jahr) zu entrichten hätten. Das Projekt läge Gmeiner am Herzen, aber er könne „die Plattform für kulturelle Vielfalt“ nur kostendeckend anbieten.

Bürkle betonte, dass es ein privatwirtschaftliches Produkt sei. Weber lobte die Initiative und würde gerne dem Projekt eine Chance geben, weil alle Kulturanbieter und die Bevölkerung davon profitierten. Kritik und Fragen gab es dazu, ob die Kommunen ohne Mehraufwand die Veranstaltungen einspielen könnten und und ob der Verlag meine, alle Kommunen im Kreis würden mitmachen – denn nur dann sei es sinnvoll. Bürgermeister Jerg wollte wissen, ob die Anwesenden dem Projekt positiv gegenüberständen. Bürkle betonte, dass hier keine Entscheidung getroffen werden könne, sondern es lediglich zur Kenntnis genommen werde.

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