Kleingärtner öffnen ihre grünen Refugien

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 In einem Gartenteich treiben zarte Seerosen auf dem Wasser.
In einem Gartenteich treiben zarte Seerosen auf dem Wasser. (Foto: Susanne Grimm)
Susanne Grimm

Gut besucht war am Sonntag der Tag der offenen Gartentür beim Kleingärtnerverein Sigmaringen. Viele der Hobbygärtner hatten ihre Gartenpforte geöffnet, um Besuchern ihr blühendes Refugium zu zeigen. Dabei gab es viele kleine Kostbarkeiten zu entdecken. Beispielsweise einen Teich, in dem Seerosen ihre rosa angehauchten weißen Blüten geöffnet hatten und wie Kleinode auf der Wasseroberfläche schwebten. Oder zarte Glockenblumen, die ihre feinen blauen Kelche sanft vom Wind wiegen ließen.

Die blühenden Schönheiten wie Rosen und Pfingsrosen rahmten in der Regel die Beete ihrer botanischen Geschwister ein, die statt Augenschmaus Gaumenfreuden hervorrufen sollen. In Reih’ und Glied ließen Salatköpfe, Möhrengrün und Erbsenranken Vegetariern das Wasser im Munde zusammenlaufen. Aber auch Fleischessern, die Gemüse und sonstige Rohkost erst dann für essbar halten, wenn es durch ein Schwein gegangen ist, dürften sich an diesem Tag am wachsenden Grün erfreut haben. Denn ein Naturgesetz können auch eingefleischte Grillmeister nicht kippen: Ohne Flora keine Fauna oder anders gesagt, ohne Pflanzen keine Tiere.

Anton Halmer vom Vorstandsteam des Kleingärtnervereins führte stolz durch die prächtige Gartenanlagen. Die Gärten zwischen 140 und 400 Quadratmetern werden in der Regel erst frei, wenn der Pächter stirbt oder wegzieht. Halmer erklärt diese Treue so: „Hobbygärtnern ist wie eine Sucht. Wer einmal damit angefangen hat, ist infiziert“.

Den Vögeln schmeckt die Spätburgundertrauben

Die Menschen finden in ihren Gärten einen Ruhepol, wo sie von der Hektik des Alltags abschalten und Natur erleben können. Auch wenn sie in Form von Salat liebenden Schnecken und Staren, die die sorgsam gehegten Trauben fressen, manchmal nervig ist. Gerade auf die Spätburgundertraube im Garten von Familie Lambertus haben es die Vögel abgesehen, erzählten die Besitzer, die es sich vor der mit Wein umrankten Gartenlaube gemütlich gemacht haben.

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