Klassenfahrt inspiriert zur Bandgründung

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Horny Lulu machen Skapunk – und nehmen sich nicht immer ganz ernst.
(Foto: Privat)
Daniel Hadrys

Klassenfahrten sind für viele Schüler eine willkommene Abwechslung zum drögen Unterricht. Dass sie dort was lernen können, glauben aber die wenigsten. Die Musiker von Horny Lulu wurden eines Besseren belehrt.

2009 fuhren fünf Schüler des Hohenzollern-Gymnasiums auf Klassenfahrt nach Bregenz. Dort haben sie eine Begegnung mit einer Musikrichtung gemacht, die sie nicht vergessen sollten. „Dort fand gerade ein Festival statt“, erinnert sich Dominik Späh, Bassist von Horny Lulu. „Da haben wir Skapunk kennengelernt“, erzählt der 23-Jährige.

Ska klingt wie Reggae im Turbo, im Skapunk kommt noch mehr Geschwindigkeit und Verzerrung hinzu. „Die Idee zu der Band ist im Musikunterricht entstanden“, erzählt Gitarrist Fabian Erath (22). „Obwohl wir nicht Schülerband genannt werden wollen.“ Dem Alter sind Horny Lulu ohnehin schon entwachsen. Mittlerweile arbeiten oder studieren die sieben Mitglieder. Sie besuchen die Universitäten in Tübingen, Mosbach oder Heilbronn, machen ein Praktikum bei einem jungen Label in Stuttgart oder sind Ressourcenmanager.

Obwohl die Musiker also über ganz Baden-Württemberg verstreut sind, versuchen sie, die Band am Laufen zu halten. „Angst, dass es vorbei geht, hatte ich nach dem Abi. Mittlerweile mache ich mir keine Sorgen mehr“, gesteht Gitarrist Erath, schiebt aber hinterher: „Das geht nur mit eisernem Willen – und Urlauben.“ Sie treffen sich zum Proben regelmäßig in Herbertingen, in einem umgebauten Schweinestall.

Hier feilen sie an neuen Songs oder proben für Auftritte, die sie meist aus der Region herausführen. „Hier gibt es keine Auftrittsmöglichkeiten“, beklagt Trompeter Thomas Bischofberger (27). „Daher müssen wir für unsere Gigs weiter wegfahren.“

Mehrere Touren führten sie daher schon an die Peripherie Baden-Württembergs, aber auch weit darüber hinaus. Städte wie Stuttgart, Karlsruhe oder Augsburg stehen daher im Konzertkalender, aber auch Berlin, Rügen oder das „Bikes and Beats“-Festival im österreichischen Saalbach-Hinterglemm.

Bald geht es für die sieben Jungs ins Ruhrgebiet

„Wir haben seit 2010 rund 100 Auftritte gespielt“, erzählt Späh. „Dabei haben wir vor fünf, aber auch schon vor 3500 Zuschauern gespielt.“ Derzeit sei eine Tour ins Ruhrgebiet geplant – im bandeigenen Tourbus. Während die Genres Metal, Punk, Hardcore oder Hip Hop zu den weitverbreiteten Musikrichtungen unter Jugendlichen zählen, sind Ska und Skapunk eher Exoten. „Ska ist schon eine Nische“, sagt Bischofberger. „Einige Leute haben nach den Konzerten gesagt, dass sie sowas noch nie gehört hätten.“

Begeistern könnten sie das Publikum dennoch. „Die Leute kaufen unsere CDs und T-Shirts.“ Bekannte Referenzbands seien die Mad Caddies, Less than Jake oder Streetlight Manifesto. Der Sound dieser Bands findet sich auch auf den beiden CDs „Open your Eyes“ (2011) und „Free Candy“ (2014) von Horny Lulu wieder.

Wer die Songs der Band kennenlernen möchte, kann das am heutigen Freitag in Sigmaringen tun. Die sieben Musiker geben zusammen mit „This ain’t California“ ab 18 Uhr ein Heimspiel auf der Donaubühne.

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