Künstler wollen mit interkultureller Lesung Grenzen überwinden

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 Martin Lenz übernimmt den musikalischen Teil.
Martin Lenz übernimmt den musikalischen Teil. (Foto: Judith Gauggel)
Judith Gauggel

Das Ländle gibt so einige Schätze frei: Zwei davon sind Manfred Mai und Martin Lenz. Am Freitag traten die beiden Künstler beim Familiennachmittag des Integrationsbüros und der WFS-Wirtschaftsförderung Sigmaringen unter dem Motto „Integration ist (k)eine Kunst“ auf. Den Anfang machte Martin Lenz, der den musikalischen Part übernahm.

Mit Gitarre und Mundharmonika sang er zusammen mit Manfred Mai „Hallo, guten Tag, wir freuen uns hier zu sein.“ In Mais erstem Buch, das in der Sonnenbachstraße spielt, geht es um das Miteinander, den Zusammenhalt und die Freundschaft. Die ersten Minuten der Lesung sind eher zurückhaltend, und Manfred Mai stellt die Frage: „Wer versteht mich hier eigentlich?“ – die Zuhörer lachen und das Eis ist gebrochen.

Die beiden kreativen Köpfe Martin Lenz und Manfred Mai haben sich 2008 zusammengetan, es entstand ein literarisch-musikalisches Programm mit lustigen, heiteren und nachdenklichen Stücken. Die Auswahl für diesen Nachmittag war gut durchdacht. Abwechselnd wurde gesungen, gelesen und auch die Zuhörer wurden mit einbezogen.

Aber was hat das mit Integration zu tun? „Alle Menschen, ob groß oder klein, verbinden Geschichten“, beantwortet Claudia Lamprecht, die Integrationsbeauftragte der Stadt Sigmaringen die Frage. Auch für die Künstler ist der Auftritt vor internationalem Publikum eine neue Erfahrung: „Kinder zu animieren mitzumachen, obwohl manche die Sprache nicht verstehen, ist schwierig.“, sagt Manfred Mai. Aber er animiert sie erfolgreich zum Mitsingen. Das Lied „Alle leben unter demselben Himmel“ erzählt die Geschichte einer syrischen Familie, die neu in eine Nachbarschaft zieht. Anfängliche Zurückhaltung überwinden die Kinder mithilfe eines Balls. Die Abschlussgeschichte handelt von einem „bunten Land“, in dem alle Menschen friedlich zusammenleben. „Reißen wir die Grenzen nieder!“, singt Martin Lenz. Nicht nur die Zuhörer sind berührt, sondern auch der Sänger selbst: „Kopfkino.“, sagt er, „bei dem Lied kommen Bilder hoch.“

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