Käfer macht auch vor Sigmaringer Stadtwald nicht Halt

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Der Fichtenborkenkäfer profitiert vom Klimawandel.
Der Fichtenborkenkäfer profitiert vom Klimawandel. (Foto: ari UG)

Der Borkenkäfer profitiert vom Klimawandel – und fühlt sich auch im Sigmaringer Stadtwald wohl. Das machte Walter Jäger bei einem Vortrag im Sigmaringer Gemeinderat deutlich. Dennoch plädierte er dafür, den Stadtwald weiter als Mischwald zu pflegen.

Normalerweise steige die Käferpopulation nach Sturmjahren. Seit einigen Jahren jedoch steige sie ohne solche Schadensereignisse. Die Ursache dafür sei laut Jäger die Trockenheit aufgrund des klimawandelbedingten Temperaturanstiegs. Seien Fichten durch Trockenheit geschwächt, könnten sie nicht genügen Harz produzieren, um sich vor den Käfern zu schützen. Ein männliches Käferexemplar suche sich einen geschwächten Baum aus und locke mit Pheromonen andere Männchen an. Diese bauen dann im Baum sogenannte „Rammelkammern“, in die dann auch die Weibchen einziehen. Sind die Kammern voll, werden Nachbarbäume besiedelt. „Ein Weibchen kann für etwa 30 000 Nachkommen sorgen“, sagte Jäger. Die Entwicklungszeit der Larven werde durch warme Witterung begünstigt.

Fichte als „Hochrisikoaktie“

Die Fichte sei ein labiler Baum aber hervorragend als Nutzholz, beispielsweise für die Papierproduktion oder Instrumentenherstellung geeignet. Jäger bezeichnete sie ob ihres Risikopotenzials als „Hochrisikoaktie“. Ihr Anteil südlich der Donau betrage 70 bis 80 Prozent. Seit den 80-er Jahren gingen die Nadelholzanteile im Stadtwald Sigmaringen um 20 Prozent zurück. Ziel ist es, den derzeitigen Bestand von 25 Prozent Fichten zu erhalten. Jäger appellierte an die Waldbesitzer, das Totholz zu beseitigen. Ansonsten helfe gegen den Borkenkäfer nur die Chemiekeule.

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