Jungnau soll ein Nahwärmenetz bekommen

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 Das Interesse ist groß: 150 Bürger informieren sich über das Nahwärmenetz.
Das Interesse ist groß: 150 Bürger informieren sich über das Nahwärmenetz. (Foto: Solarcomplex)
Schwäbische Zeitung

In Jungnau soll ein Nahwärmenetz gebaut werden. Die angeschlossenen Haushalte sollen mit Energie versorgt werden, die in einem Hackschnitzelwerk und über Solarthermie erzeugt wird. 150 Bürger informierten sich nach Angaben des Veranstalters am Montag über die Pläne. Errichtet werden soll das Nahwärmenetz von NRS Nahwärmegesellschaft Region Sigmaringen mbH, die jeweils zur Hälfte den Stadtwerken Sigmaringen und dem Unternehmen Solarcomplex gehört. Diese Gesellschaft betreibt in Veringendorf und Storzingen ähnliche Netze. Ziel des Unternehmens ist der Aufbau und Betrieb von Wärmenetzen im Landkreis Sigmaringen. Inhaltlich erfolgt die Aufgabenverteilung zwischen Solarcomplex und den Stadtwerken Sigmaringen entsprechend der jeweiligen Kernkompetenzen: Solarcomplex zeichnet für die Öffentlichkeitsarbeit, Planung und Baubetreuung der Projekte verantwortlich, die Stadtwerke übernehmen danach die technische Betriebsführung sowie die Abrechnung mit den Kunden.

Die Jungnauer Heizzentrale soll in der Nähe der Schlossgartenhalle gebaut werden. Der genaue Standort muss noch bestimmt werden. In diesem Gebiet soll auch ein neues Baugebiet ausgewiesen werden, das wie die bestehenden Gebäude über Leitungen an das Wärmenetz angeschlossen werden kann. Der Ortschaftsrat hatte sein grundsätzliches Einverständnis zu einem regenerativen Wärmenetz in Jungnau erklärt. Nach der Informationsveranstaltung wird es am 26. Oktober eine Besichtigungsfahrt nach Büsingen und Randegg im Landkreis Konstanz geben. Bürger können sich über das Rathaus in Jungnau anmelden. „Da ich schon für mehr als ein Dutzend Wärmenetze die Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt habe, meine ich, ein ganz gutes Bauchgefühl für die Stimmungslage der Menschen zu haben. Und heute war die Stimmung sehr positiv, wir können zufrieden sein“, wird Solarcomplex-Vorstand Bene Müller in einer Pressemitteilung zitiert.

Im nächsten Schritt werden nun Datenbögen an alle Hausbesitzer versandt, um die energetische Situation der Gebäude abzufragen. Daran schließt sich die Grobplanung und Ermittlung des Wärmepreises an, welcher voraussichtlich im April kommenden Jahres in einer weiteren öffentlichen Veranstaltung vorgestellt wird. Ein Baubeginn ist gemäß derzeitigem Projektplan für Anfang 2021 vorgesehen, eine erste Wärmelieferung für Herbst 2021, teilt die Gesellschaft mit.

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