Junges Orchester spielt Mozart und Mahler

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Klarinettist Martin Spangenberg und das Orchester spielen auf höchstem Niveau.
Klarinettist Martin Spangenberg und das Orchester spielen auf höchstem Niveau. (Foto: Cäcilia Kröhnert)
Cäcilia Krönert

Jugendlicher Enthusiasmus, internationale Begegnung und Musizieren auf höchstem Niveau – so kann man das Klassik-Konzert des International Regions Symphony Orchestra (IRO) am Samstagabend in der Stadthalle Sigmaringen auf den Punkt bringen. Faszinierende, feine und zum Genießen einladende Melodien von Wolfgang Amadeus Mozart und Gustav Mahler entführten das Publikum in ein festliches und anspruchsvolles Musikerlebnis mit virtuosem Feuerwerk. Solist Martin Spangenberg ließ im ersten Teil des Konzertes atemberaubenden Töne aus seiner Klarinette förmlich heraus tanzen.

„Diese Begeisterung, die diese jungen Menschen in die Musik hineinlegen, ist spürbar und faszinierend zugleich“, sagte Gudrun Zimmer aus Sigmaringen nach dem Konzert. „Ich habe mich mit der ersten Violinistin unterhalten und habe die Begeisterung zur Musik bei ihr gespürt“, sagte Zimmer weiter, noch voll im Bann der Musik.

Die Gesellschaft für Kunst und Kultur Sigmaringen hatte das sich jedes Jahr neu formatierte Ensemble eingeladen. Rund 80 hochqualifizierte junge Musiker aus Baden-Württemberg mit Gleichgesinnten aus den internationalen Partnerregionen in Polen, Spanien, Russland und China trafen sich Ende Juli in der Musikakademie Schloss Weikersheim zu einer zehntägigen Arbeitsphase. Gemeinsam mit Dirigent Wolfram Christ und Solist Martin Spangenberg stellte das Team ein anspruchsvolles Programm zusammen. In den letzten drei Projekttagen präsentierten die Schüler und Studenten im Alter zwischen 16 und 27 Jahren das filigrane Klassik-Konzert. Aufgeführt wurde es in Weikersheim, Ehingen und Sigmaringen. Mit tosendem Applaus bedankten sich die Zuhörer für die Präsentation von Mozarts Klarinettenkonzert in A-Dur KV 622. Martin Spangenberg setzte mit seinem Solo auf der Klarinette souverän die alles entscheidenden Akzente. Unter der Leitung von Wolfram Christ entlockten die Musiker ihren Instrumenten fein in Szene gesetzte Melodien, die in technisch hochkarätigen Balance zwischen Solist und Orchester den Zuhörern Freude bereitete.

Zwei Stunden volles Programm

Wie im Orchester ging auch im Publikum das Alter bei 16 Jahren los und zeigte damit, dass diese Musik Menschen jeden Alters zusammenführte. „Wir lieben diese Musik und kommen zu jedem Klassik-Konzert, wir fahren sogar bis Ulm, Wien und Zürich, um so ein glanzvolles und prachtvolles Konzert genießen zu können“, erzählte ein Ehepaar aus Sigmaringen, das über den kurzen Weg zu einem exzellenten Musikerlebnis besonders erfreut war.

Festlich, temperamentvoll und leidenschaftlich kredenzten die Musiker auch im zweiten Teil des Abends die Sinfonie in D-Dur von Gustav Mahler in vier Sätzen. Sanft und dann auch wieder klangvoll bebend erfüllten die emotionsgeladenen Klänge die Stadthalle, nahmen ihre Zuhörer mit auf eine Reise in die wohltuende Emotionalität.

Note um Note, zwei Stunden lang, mal kräftig bewegt, mal gemächlich und dann plötzlich stürmisch bewegt, sorgte das Projektorchester mit Solist Spangenberg und dem renommierten Dirigenten Wolfram Christ für Gänsehaut-Momente im Rausche der Poesie. Das Konzert wurde zum umjubelten Highlight mit nicht enden wollenden Applaus. Sogar die Musiker jubelten vor Begeisterung, schossen mit ihren Smartphones Selfies und bedankten sich bei dem tollen Publikum.

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