Junge Franzosen machen Appetit auf die Sprache des Nachbarlands

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Léa Marchal kommt mit ihrem „France Mobil“ vorbei und bringt den Schülern im Hohenzollerngymnasium Frankreich näher.
Léa Marchal kommt mit ihrem „France Mobil“ vorbei und bringt den Schülern im Hohenzollerngymnasium Frankreich näher. (Foto: Gabriele Loges)
Gabriele Loges

Zum ersten Mal hat das Hohenzollerngymnasium das „France Mobil“ eingeladen. Léa Marchal vom deutsch-französischen Jugendwerk ist für den Regierungsbezirk Tübingen zuständig und machte mit verschiedenen Sprachspielen sowie Informationen Lust auf die Kultur und Sprache des Nachbarlandes. Die Französin ist eine von zwölf Kulturvermittlern, die seit 15 Jahren jeweils ein Jahr lang mit einem Renault Kangoo durch Deutschland touren. In Frankreich gibt es das deutsche Pendant „mobilklasse.de“.

Als Unterrichtsfach ist die Zahl derer, die die Sprache des jeweiligen Nachbarn wählen, in beiden Ländern rückläufig. Das Hohenzollerngymnasium wollte nun mit seiner Einladung dem Trend entgegenwirken. Rund zwei Drittel der Schüler wählen hier in der sechsten Klasse Französisch statt Latein. Ab der fünften Klasse haben alle Schüler Englisch. Danach gibt es noch die Möglichkeit, Spanisch zu lernen. Die Französisch-Fachschaft wirbt mit dem „France Mobil“ bei den Neunt- und Zehntklässlern dafür, dass sie für die Kursstufe zum Abitur erneut Französisch wählen. Zurzeit sind es in der Kursstufe 2 elf Abiturienten. Barbara Lechner-Gay hofft nun, dass „der Motivationskick erfolgreich ist“.

Jeweils vier Gruppen mit rund 25 Schülern ließen sich in die Welt der französischen Sprache entführen. Marchal sprach während der Übungen nur Französisch. Mit ihrer Körpersprache ersetzte die 25-Jährige locker fehlenden Wortschatz. Sie ließ die Schüler „je suis allemande, je suis allemand“ sagen. Schnell wurde der Unterschied klar und eingesetzt. Das Team, oder auf Französisch l’équipe, „Baguette“ trat danach gegen „Camembert“ an. Sie fanden französische Wörter oder ordneten Songs ihren Interpreten zu. Kurz vor Ende der Schulstunde lobte Léa Marchal: „Ihr habt auch bei fremden Worten alles verstanden, es war kein Chinesisch.“ Sie stellte ihren eigenen Fremdsprachenerwerb vor und warb für das Unterrichtsfach, aber auch dafür, dass die jungen Leute ins Nachbarland gehen. Sie selbst hatte bereits in der fünften Klasse Deutsch, habe es aber erst richtig gelernt, als sie mit dem Erasmus-Programm nach Deutschland gekommen sei. In der Fragerunde sagte sie, dass sie gerne reist und deutsches Bier mag. Zehn von den 25 Schülern einer Gruppe konnten sich danach vorstellen, Französisch zu wählen.

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