Jugendliche spenden 1900 Euro für Südafrika

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 Rebecca Lück, Vorsitzede der Schülermitverantwortung (SMV) und weitere SMV-Vertreter übergeben einen Spenden-Scheck in Höhe von
Rebecca Lück, Vorsitzede der Schülermitverantwortung (SMV) und weitere SMV-Vertreter übergeben einen Spenden-Scheck in Höhe von 1900 Euro an Jutta Rohwer. Das Geld ist für die südafrikanische Patenschule der Ludwig-Erhard-Schule bestimmt. Ebenfalls freuen sich über die Spende Schulleiter Frank Steinhart (links) sowie Sumati Panicker, SMV-Verbindungslehrer Alexander Schneider und Mitinitiatorin Christine Kulkies. (Foto: Ludwig-Erhard-Schule)
Schwäbische Zeitung

Angereist aus Südafrika, hat Jutta Rohwer, die Kontaktperson der Ludwig-Erhard-Schule zur südafrikanischen Patenschule Cockscomb Primary School, die Sigmaringer Schule besucht. Sie kam in Begleitung von Sumati Pannicker, die in Stuttgart wohnt und seit vielen Jahren Kontakt mit Jutta Rohwer hält und jedes Jahr Spendengelder, die Schüler am One World Day erwirtschafteten, überbringt. Den One World Day organisiert die Schülermitverantwortung (SMV). Alle Vollzeit-Klassen der Ludwig-Erhard-Schule führen an diesem Tag Aktionen durch. Daher waren beim Empfang von Jutta Rohwer und Sumati Pannicker die SMV-Vorsitzende Rebecca Lück und weitere SMV-Mitglieder anwesend sowie der SMV-Verbindungslehrer Alexander Schneider, Schulleiter Frank Steinhart und die langjährige Betreuerin des Schul-Patenprojekts Christine Kulkies.

Jutta Rohwer hat aktuelle Bilder und neueste Informationen von der südafrikanischen Patenschule mitgebracht. Das Dorf, zu dem die Schule gehört, liegt, umgeben von steilen Bergen, als Holzfällersiedlung inmitten einer trockenen Buschgegend. Erst seit einigen Jahren führt eine Straße dorthin. Jutta Rohwer und ihr Mann fahren regelmäßig von ihrem Wohnort Port Elizabeth zu der zweieinhallb Autostunden entfernten Schule.

Am Anfang der Patenschaft habe es so ausgesehen als habe die südafrikanische Schulverwaltung die kleine Schule mit 50 bis 75 Schulkindern vergessen, so ärmlich sei die Schulausstattung gewesen, sagte Jutta Rohwer: Die Kinder hätten auf dem Boden gesessen und hätten weder Bücher noch Schreibmaterial gehabt. Es habe an allem gefehlt. Die Kinder seien barfuß und hungrig zur Schule gekommen.

Erst als die Ludwig-Erhard-Schule Spendengelder geschickt habe, habe die Schule einen ein Schulgarten zur Selbstversorgung anlegen können, sodass die Kinder jeden Tag eine warme Mahlzeit erhielten. Für viele sei allein dies ein Grund gewesen, in die Schule zu kommen. Mit Hilfe der Sigmaringer Spendengelder hätten die Unterrichtsräume möbliert und Schulmaterial angeschafft werden können, die Schulküche eingerichtet und dringend nötige Gebäudereparaturen ausgeführt werden können.

Wegen Trockenheit und der wachsenden Anzahl von Pavianen, die den Gemüsegarten plünderten, musste er jüngst aufgegeben werden. Umso nötiger seien die Schülerspenden der Ludwig-Erhard-Schule. Schließlich muss das Essen für die Schülerspeisung laut Jutta Rohwer nun gekauft werden. Die jährliche Spende wird nicht überwiesen, sondern als Bargeld transportiert. Von den dadurch eingesparten Überweisungsgebühren können die Schulkinder einen ganzen Monat verpflegt werden.

Jutta Rohwer berichtete, dass die Kinder besonders stolz auf ihre von Spendengeldern finanzierten Schuluniformen und ihre Sportkleidung sind, weil sie identitätsstiftend wirken, vor allem auch bei Sportwettkämpfen. Des Weiteren konnten mit dem Spendengeld früherer Jahre ein Telefon und ein Computer für die Verwaltung finanziert werden.

Ein großer Bildungserfolg habe sich gezeigt , als ein ehemaliger Schüler des ersten Schuljahrgangs als Lehrer an die Schule zurückgekehrt sei. Inzwischen gebe es eine Rektorin sowie zwei weitere weibliche Lehrkräfte, die gemeinsam acht Klassenstufen unterrichten. Außerhalb des Tals gebe es allerdings mehrere verstreute Farmgemeinschaften, die ebenfalls kleine Schulen unterhalten, sodass die südafrikanische Schulverwaltung nun beschlossen habe , vier kleine Schulen – darunter die Cockscomb Primary School – zusammenzulegen und ein neues, größeres Gebäude zu bauen. Dieses besitze nun sogar Toiletten mit Wasserspülung, doch fehle bis jetzt die Innenausstattung. Nach Fertigstellung können acht Klassenstufen der Schule von acht Lehrkräften jeweils in einem eigenen Raum unterrichtet werden.

Die Entfernung vom Dorf werfe jedoch die Frage auf, ob die Sigmaringer Spendengelder z.B. für den Schülertransport oder für die Lernförderung und Essensbeschaffung verwendet werden sollen. Jedenfalls sei sichergestellt, dass die nach wie vor dringend benötigten Spenden in einem Trust verwaltet und für die Kinder der ehemaligen Cockscomb Primary School verwendet werden. Dankbar nahm Jutta Rohwer vor ihrem Rückflug nach Südafrika die diesjährige Schülerspende in Höhe von 1900 Euro entgegen.

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