Homeoffice – ein Ding der Unmöglichkeit mit schlechter Internetverbindung, wie sie derzeit Kunden von NetCom BW in Laiz und Inzi
Homeoffice – ein Ding der Unmöglichkeit mit schlechter Internetverbindung, wie sie derzeit Kunden von NetCom BW in Laiz und Inzigkofen beklagen. (Foto: Daniel Naupold)
Crossmedia-Volontärin

Volker Keck aus Inzigkofen und Hans-Jürgen Klaiber aus Laiz sind sauer: Beide beziehen ihr Internet über die ENBW-Tochter NetCom BW, beide erhalten seit mehreren Wochen nur einen Bruchteil der gebuchten und bezahlten Leistung. Statt 50 Mbit bleibt die Downloadleistung abends sogar bei unter 5 Mbit, sagt Volker Keck. „Fußball schauen übers Internet kann ich da vergessen. Ich erkenne ja nicht einmal die Rückennummer der Spieler.“

Schon Mitte Februar war es in vielen Orten im Landkreis zu Leitungsstörungen gekommen. Zeitweise waren damals viele NetCom-Kunden sogar komplett ohne Internet- und Festnetztelefonverbindung (die SZ berichtete). Eine Wartungsmaßnahme habe eine Netzinstabilität ausgelöst, hieß es damals von NetCom BW. Die Störung sei aber behoben.

„Von wegen“, sagt Volker Keck. „Seit diesem Vorfall war es nie mehr richtig gut.“ Der Tiefpunkt sei dann am 21. Juni erreicht worden. „Da gab es einen Komplettausfall.“ Seither bewege sich die Downloadleistung auf konstant niedrigem Niveau.

Die NetCom BW bestätigt auf Nachfrage der „Schwäbische Zeitung“, dass es nach wie vor Probleme gibt. Betroffen seien Teilorte der Gemeinden Sigmaringen und Meßkirch sowie Teile der Gemeinden Inzigkofen, Stetten, Wald, Leibertingen und Sauldorf. Grund für das langsame Internet sei der starke Kundenzuwachs. Man habe einen drohenden Engpass im betroffenen Gebiet erkannt und daraufhin einen der Technikstandorte aufgerüstet.

Aufrüstung ist nicht ausreichend

„Am 21. Juni kam es nach der Aufrüstung zu einem unvorhergesehenen Ausfall des Netzes“, erklärt die NetCom BW in einem schriftlichen Statement. Zwar sei die Versorgung bereits am Folgetag wieder hergestellt worden. Doch die Aufrüstung war offenbar nicht ausreichend: „Es hat sich gezeigt, dass noch weitere Netzoptimierungsmaßnahmen vorgenommen werden müssen“, sagt ein Unternehmenssprecher. Spätestens Ende Juli soll der Engpass aber behoben sein. „Danach erwarten wir eine erhebliche Verbesserung der Bandbreitenverfügbarkeit.“

Jahrelang habe es keine Probleme mit NetCom BW gegeben, berichtet Hans-Jürgen Klaiber aus Laiz. Im Gegenteil: „Ich habe den Leuten in meinem Umfeld immer dazu geraten, zu NetCom zu wechseln.“ NetCom BW habe in Laiz und Inzigkofen quasi eine Monopolstellung. Einen anderen Anbieter mit einer vergleichbaren Leistungfähigkeit gebe es einfach nicht. Die Neukunden seien jetzt natürlich besonders enttäuscht. „Die zahlen jetzt das Dreifache für eine Leistung, die womöglich noch schlechter ist, als die ihres bisherigen Anbieters.“

Hans-Jürgen Klaiber selbst ärgert sich vor allem über die intransparente Kommunikationspolitik von NetCom BW. „Wenn man zwei Wochen lang praktisch kein Internet hat und dann von den Mitarbeitern der Hotline immer nur vertröstet wird, ist das schon sehr frustrierend.“ Wie Keck ist Klaiber auf das Internet angewiesen – auch beruflich: „Nicht nur, dass meine drei Töchter keine Filme mehr streamen können, es funktioniert auch keine Telefonkonferenz mehr. Und ich arbeite im Home-Office. Ich bin auf diese Dinge angewiesen.“

„Wir bedauern, dass sich unsere Kunden nicht ausreichend informiert fühlen“, heißt es dazu von Seiten der NetCom BW. Da es sich nur um einen zeitweisen Engpass bei der Bandbreite handle, haben die Hotline-Mitarbeiter zu den Ursachen keine Auskünfte erteilen können.

Eine Entschädigung der betroffenen Kunden werde aber im Einzelfall geprüft.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen