Installation des Künstlers Hundefaenger ziert jetzt die LEA

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 Hundefaenger findet beim Umzug der Installation viel Hilfe von den Bewohnern der LEA.
Hundefaenger findet beim Umzug der Installation viel Hilfe von den Bewohnern der LEA. (Foto: RP Tübingen)
Schwäbische Zeitung

Mit vergänglicher Kunst im Landschaftsraum setzt der Sigmaringer Künstler Karl Rudi Domidian, besser bekannt unter seinem Pseudonym Hundefaenger, seit vielen Jahren überwiegend flüchtige Zeichen für den Betrachter. Das gilt auch für Sigmaringen, wo monatelang eine schon von weitem sichtbare Stangeninstallation die Dachterrasse des Restaurants „Bootshaus“ zierte. Nun steht seine Skulptur in der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) in Sigmaringen. Darüber informiert eine Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Tübingen. Unter großem Interesse der Bewohner wurde das Werk von gemeinnützig arbeitenden Bewohnern, unter Anleitung von Karl Rudi Domidian, auf einer Wiesenfläche platziert.

Ursprünglich war die Skulptur, wie viele andere seiner Werke auch, ohne jegliche Atlierarbeit unmittelbar vor Ort mit Materien aus der Natur entstanden. Tatkräftige Unterstützung beim kreativen Aufbau der Skulptur erfuhr der Künstler im vergangenen Jahr von Bewohnern der LEA. Da der Betreiber des Restaurants in den Sommermonaten nun die Dachterrasse für seine Gäste nutzt, war ein Rückbau des Werks unumgänglich. Nach Gesprächen zwischen dem Künstler und der Einrichtungsleitung der LEA waren sich beide Seiten einig, das Kunstwerk endgültig innerhalb der LEA zu installieren. Wiederum halfen Bewohner der LEA beim Abbau und Transport.

Das Werk besteht aus wie zufällig ineinander geflochtenen Holzelementen, die sich wie ein Wall um ein Stangenholzbündel schichten und einen inneren Schutzraum bilden. Quer verbindende Stützhölzer mindern die Fragilität und geben dem Bündel Stabilität und Halt. Von der Spitze des Bündels baumelt ein Stein, der wie ein Lot oder – je nach Perspektive – wie ein Perpetuum mobile wirkt.

Hundefaengers Werke sind immer den natürlichen Kräften der Witterung und dadurch einem nicht beeinflussbaren Wandel ausgesetzt, wodurch sich Veränderungen und neue Perspektiven an den Skulpturen ergeben. Denn laut Pressemitteilung arbeitet er mit Naturmaterialien, die der Erdoberfläche entspringen, darunter Steine, Stangenholz, Reisig.

Betrachter muss sich auf Natur einlassen

Wer sich auf das Werk einlässt, muss sich auf die Natur einlassen, und diese kann für den Menschen sowohl Sicherheit als auch Gefährdung darstellen. Damit nimmt dieses Werk Hundefaengers auch die Erfahrungen vieler Bewohner der LEA Sigmaringen auf. Seine endgültige Installation am neuen Standort passt gut zu dessen Hintergrund.

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