In Sigmaringen wird ein neues Pfarrerehepaar in seine Ämter eingesetzt

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Die zwei neuen evangelischen Pfarrer treten ihr Amt an
Die zwei neuen evangelischen Pfarrer treten ihr Amt an (Foto: Elisabeth Weiger)
Elisabeth Weiger

Zahlreiche Gläubige haben in der evangelischen Stadtkirche Sigmaringen an der Einsetzung von Pfarrerin Dorothee Sauer und Pfarrer Matthias Ströhle teilgenommen.

Heitere Orgelmusik von Sebastian Bach begleitete das Pfarrerehepaar, Prälat Christian Rose und Dekan Beatus Widmann sowie die Kirchengemeinderäte während ihres feierlichen Einzuges in die Kirche.

Posaunenchor und Kantorei spielten und sangen zusammen mit der Gemeinde „Nun jauchzt dem Herren alle Welt“ und eröffneten den Gottesdienst, der von den vier Amtsträgern und einzelnen Gemeindemitgliedern gestaltet wurde.

„Wir feiern heute die Einsetzung eines Teams, eines Teams, das mittendrin und gemeinsam ihre vielfältigen Gaben den Menschen zugute kommen lassen wollen“, so beschrieb Prälat Rose in seiner Einführungsrede die zukünftigen Aufgabenstellungen der beiden Pfarrer.

Die Landeskirche freue sich, dass mit Dorothee Sauer erstmals eine Codekanin, die zu 25 Prozent für den Bezirk Balingen verantwortlich zeichnet, in ihr Amt eingesetzt werde. Weiterhin übernimmt sie die Zuständigkeit für den Kirchenbezirk I, während Matthias Ströhle den Kirchenbezirk II sowie die Hochschule seelsorgerisch betreut.

Prälat Rose dankte auch den haupt- und ehrenamtlichen Kirchenmitgliedern, die in der pfarrerlosen Zeit viele Aufgaben übernommen hatten und auf deren Unterstützung das Pfarrerehepaar zukünftig vertrauen kann.

In ihrer Vorstellungsrede skizzierten Sauer und Ströhle ihren privaten und beruflichen Werdegang und brachte ihre Freude zum Ausdruck, dass mit der heutigen Einsetzung als Pfarrerin und Pfarrer ihr größter beruflicher Wunsch in Erfüllung gegangen ist.

Vom fünfzehnköpfigen Besetzungsgremium umringt erfolgte durch Prälat Rose die offizielle Einsetzung der beiden Pfarrer.

Anschließend predigte das Pfarrerehepaar abwechselnd über die Bedeutung der Worte „drinnen“ und „draußen“ im christlichen Kontext. Laut und deutlich richtete der geübte Prediger Matthias Ströhle Fragen an die Zuhörer. „Wer sind die da drinnen, wer, die da draußen? Die, die anderst sind? Die, die unsere Ruhe stören?“ Er erinnerte an Luthers Thesenanschlag, der draußen vor aller Augen stattgefunden hatte und Dorothee Sauer ergänzte seine Worte mit dem Satz: „Glaube, der nicht vor die Tür geht, ist tot.“ An das Ende des zweistündigen Gottesdienstes setzte Dorothee Sauer die Segnung der Gemeinde.

Feier im Gemeindesaal

Im Gemeindesaal begrüßte Kirchengemeinderätin Christel Lührs-Trugenberger die vielen Vertreter kommunaler, karitativer und kirchlicher Einrichtungen sowie die Abgeordneten aus Erolzheim-Rot, der ehemaligen Wirkungsstätte der beiden Pfarrer und weitere Weggefährten vergangener Tage. Sie bedankte sich bei Kantor Sukwon Lee für seine musikalischen Beiträge.

Landrätin Stefanie Bürkle hieß auch im Namen von Bürgermeister Schärer die neuen Pfarrer, aus der oberschwäbischen Diaspora in die hohenzollerische kommend, herzlich willkommen. Jungen Menschen eine Bleibeperspektive im Landkreis und in der Kirche zu verschaffen verbinde die beiden Institutionen und führe zukünftig zu vielen gemeinsamen Aktivitäten. Auch der katholische Dekan Christoph Neubrand und Stadtpfarrer Ekkehard Baumgartner begrüßten die neuen Pfarrer mit den Worten: „Ihr sollt eins sein, sagt Jesus Christus, und wir sind auf einem guten Weg. Früher haben sich die Konfessionen voneinander abgegrenzt und heute teilen sie sich ihre Schätze.“ Dass Ökumene in Sigmaringen gelebt wird belege neben dem gemeinsamen Pfarrbüro „Mittendrin“.

Hochschulrektorin Ingeborg Mühldorfer richtete ihre Worte an Matthias Ströhle, der als Hochschulseelsorger Studenten persönliche Hilfe anbieten und den interkulturellen Gedanken zu seinem Anliegen machen wolle.

Noch einmal ergriff Trugenberger das Wort und dankte dem im Urlaub befindlichen Pfarrerehepaar Fingerle, Pfarrerin Hornäcker und den vielen Haupt- und Ehrenamtlichen für ihren Einsatz während des letzten Jahres.

Ströhle und Sauer bedankten sich über die überaus herzliche Begrüßung, um anschließend die Schwerpunkte ihrer zukünftigen Arbeit aufzuzeigen. Netzwerker wollen sie sein, das Zusammenwachsen der Kirchengemeinden und die Ökumene voranbringen unnd nicht zuletzt, sich den Herausforderungen zu stellen, wenn das Ende des grenzenlosen Wachstums erreicht ist.

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