In Sigmaringen stapeln sich noch rund 450 Asylanträge

Lesedauer: 3 Min
Die Verantwortlichen im Bamf: Michael Hartard (vorne) und Alexander Leder.
Die Verantwortlichen im Bamf: Michael Hartard (vorne) und Alexander Leder. (Foto: fxh)
Redaktionsleitung

Die Sigmaringer Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) bearbeitet momentan rund 450 Asylverfahren. „Noch gibt es viel zu tun“, sagt der für Baden-Württemberg verantwortliche Abteilungsleiter der Bundesbehörde, Michael Hartard. Das Bundesamt arbeitet unabhängig von der Landeserstaufnahmestelle auf dem Kasernenareal, Flüchtlinge stellen bei der Behörde ihre Asylanträge.

Für Baden-Württemberg zentralisiert das Bamf die Arbeiten mehr und mehr im Aufnahmelager in Heidelberg. Ziel ist, möglichst alle Stufen der Antragsbearbeitung im Norden des Landes zu regeln, sagten die Verantwortlichen am Freitag bei einem Besuch von Staatssekretär Thomas Bareiß (CDU). Wenn alles an einem Ort erledigt würde, seien die Informationswege kürzer.

Für die auf dem Kasernenareal untergebrachte Sigmaringer Außenstelle bedeutet dies, dass sie sich einerseits auf die Abarbeitung der laufenden Verfahren konzentriert und andererseits Folgeanträge und Verfahren, die am Verwaltungsgericht Sigmaringen anhängig sind, begleitet. Für die Außenstelle sind 35 Mitarbeiter tätig. Da die Reutlinger Außenstelle geschlossen wird, übernimmt Sigmaringen mehr und mehr Fälle aus diesem Gebiet und ist somit für den südöstlichen Teil des Landes zuständig.

Die wenigsten LEA-Bewohner werden vom Bundesamt in Sigmaringen begleitet. Dies war schon einmal anders: Als es in Sigmaringen im Jahr 2016 erstmals Probleme mit kriminellen Flüchtlingen aus Nordafrika gab, habe das Bundesamt bewusst versucht, die Verfahren der auffälligen Bewohner vorzuziehen, sagte der verantwortliche Teamleiter. „Wir haben unsere Verfahren alle drei Wochen priorisiert.“ Er blicke mit Stolz darauf zurück, was die Mitarbeiter der Behörde in den vergangenen 23 Monaten geleistet hätten, sagte der Mann, der über die Asylanträge entscheidet.

Aktuell bearbeitet die Bundesbehörde in Sigmaringen 454 Fälle – 113 von ihnen sind älteren Datums. Da viele von den Asylbewerbern im südlichen Teil Baden-Württembergs verstreut untergebracht seien, sei es mühsam, Termine für Anhörungen zu koordinieren. Um Dolmetscher für seltene Sprachen einfacher hinzuziehen zu können, setzt die Behörde auch Videoübertragungen ein. So müssten die Dolmetscher aus größeren Städten nicht extra anreisen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen