Immer weniger Kinder nehmen Orchesterangebot der Musikschule an

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Das beliebteste Instrument an der Musikschule Sigmaringen ist die Geige – die Blockflöte taucht auf den erstens sechs Plätzen ga
Das beliebteste Instrument an der Musikschule Sigmaringen ist die Geige – die Blockflöte taucht auf den erstens sechs Plätzen gar nicht erst auf. (Foto: Jens Büttner/dpa)
Schwäbische Zeitung

Die Nachfrage nach Musikunterricht der städtischen Musikschule ist stabil. Das geht aus dem Bericht hervor, den Musikschulleiterin Ellen Valerius dem Kulturausschuss des Gemeinderats am Dienstag vorgestellt hat. Dafür sind immer weniger Kinder sind am Ensemble- und Orchester-Angebot der Musikschule interessiert. In den Vergangenen sieben Jahren habe es einen starken Rückgang, von 102 auf 45 Mitglieder in solchen Ensembles gegeben.

Als Gründe hierfür wurden Zeitknappheit und Termindruck genannt, zudem gebe es zahlreiche Musiziermöglichkeiten an Schulen und in Vereinen. Das Ziel der Musikschule, so Valerius, ist es daher, nach passenden Wegen zu suchen, um Schülern diese Angebote so zu ermöglichen, dass sie sie wahrnehmen können und wollen. Eine Strategie sieht Valerius beispielsweise in Projektorchestern begründet, die nur über eine begrenzte Zeit hinweg proben würden. Bei ganzjährigen Angeboten soll der Fokus auf kleineren Ensembles, Richtung Kammermusik, liegen, um keine Konkurrenz zu Vereinen aufzubauen.

Die Musikschule finanziert sich mit 322 192 Euro über Elternbeiträge (51,2 Prozent), 236 611 Euro zahlt die Stadt, 61 641 Euro das Land, 8521 Euro der Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr geben Eltern und Stadt in absoluten Zahlen etwas weniger, Anteilig am Gesamtvolumen jedoch mehr. Mit 9,8 Prozent statt 9,2 Prozent (2016) ist die Finanzierung durch das Land wünschenswert hoch. Das erklärte, langfristige Ziel sei die Stabilisierung der Defizitquote bei maximal 45 Prozent, 2017 lag sie mit 37,5 Prozent deutlich darunter.

Die Nutzerzahlen sind mit 998 nur geringfügig weniger geworden (2016: 1015), es gab Zugewinne bei den Vorschulkindern um acht Prozent, bei der Altersgruppe der Zehn- bis 14-Jährigen gab es einen Rückgang bei der nicht-ganzjährigen Belegung (also beispielsweise bei Workshops), aber einen Zugewinn in der ganzjährigen Belegung um vier Prozent.

87 Schüler nutzen Schulkooperationen der Musikschule wie etwa die neu gegründete, schulartübergreifende Bläserklasse an der Liebfrauenschule.

Entgegen des landesweiten Trends lautet die Reihenfolge der begehrtesten Instrumente nicht Klavier, Gitarre, Violine, Blockflöte – sondern Violine, Gitarre, Schlagzeug und Klavier, was sich Valerius unter anderem durch die gut laufende Kooperation mit der Geschwister-Scholl-Schule erklärt, die „für Geigennachwuchs“ sorge.

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