Illegale Container ärgern gemeinnützige Sammler

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Christoph Wartenberg

Der Handel mit Alttextilien ist inzwischen offenbar nicht nur für gemeinnützige Einrichtungen interessant. Im ganzen Land häufen sich Fälle, in denen gewerbliche Sammler ohne Genehmigung Altkleidersammelcontainer aufstellen. Ein gefüllter Container soll um die 500 Euro wert sein. Auch im Kreis Sigmaringen stehen inzwischen 35 bis 40 solche nicht angemeldeten Sammelbehälter, die den gemeinnützigen Einrichtungen wie den Maltesern Konkurrenz machen. Inzwischen haben verschiedene Medien diese Problematik aufgegriffen.

In Sigmaringen stehen solche nicht genehmigten Container zum Beispiel beim Lidl-Markt, bei McDonalds oder an der Bittelschießer Straße. Auch in anderen Gemeinden wie Meßkirch, Pfullendorf, Bad Saulgau, Ostrach, Krauchenwies, Inzigkofen, Sigmaringendorf, Bingen, Hohentengen oder Mengen sind die illegalen Sammler präsent. Sammeln darf im Prinzip jeder, er muss sich aber vorher beim Landratsamt anmelden und eine Genehmigung einholen. Außerdem muss der Grundstückseigner mit der Aufstellung der Container einverstanden sein.

Simon Klaiber vom Ordnungsamt der Stadt Sigmaringen sagt, es gebe diverse „wie soll man sagen, unzuverlässige Firmen“, die solche ungenehmigten Container in Sigmaringen aufstellen. Wenn diese Container auf öffentlichen Grund und Boden stehen, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann. Die Höhe des Bußgeldes sei allerdings für einen Gewerbebetrieb nicht besonders schmerzhaft, meint Klaiber. Wenn es sich nicht um öffentlichen Grund handle, könne man nur privatrechtlich gegen die Aufstellung vorgehen.

„Wenn wir solche Container sehen, stellen wir fest, wem die gehören und fordern dann schriftlich auf, sie zu entfernen.“ Kann man den Eigentümer nicht ermitteln, wird am Container ein Aufkleber angebracht, dass der Container weg muss.“ Wenn dann nichts geschieht, lassen wir die Container entfernen“, erklärt Klaiber. Die Firma Striebel aus Langenenslingen, die für den Malteser-Hilfsdienst Alttextilien recycelt, übernimmt auch solche Abfuhren. Die Container werden dann in der Regel eine Weile gelagert und wenn sie keiner abholt, entsorgt.

Alexander Baur, Pressesprecher des Malteser-Hilfsdienstes in Baden-Württemberg, bestätigt das landesweite Auftauchen illegaler Container. „Damit muss man wohl leben“, sagt er. Allerdings melde man illegale Container, wenn diese Außendienstlern auffielen. „Wir machen mit den Alttextilien ja kein Geschäft, sondern nutzen die Einkünfte für ehrenamtliche Aufgaben, die Ausbildung, die Jugendarbeit, für Ausrüstung oder Sanitätsmaterial“, erklärt Baur. Ärgerlich sei es, wenn es zu Beschwerden komme, beispielsweise, dass Behälter übervoll seien und man dies dann mit den Maltesern in Verbindung bringe. „Unsere Container sind ja inzwischen schön rot, da kann man sie gut erkennen.“

Malteser-Container sind rot

Wer sichergehen will, dass seine Kleiderspende bei der richtigen Adresse ankommt und für gemeinnützige Zwecke genutzt wird anstatt in privaten Taschen zu verschwinden, sollte sich die Container und ihre Hinweise genauer anschauen. Wenn Aufkleber behaupteten, eine gewerbliche Firma sammle im Auftrag der Malteser, sei dies in der Regel unzutreffend“, heißt es. In der Region übernehmen die Malteser für die Erzdiözese Rottenburg-Stuttgart in Absprache mit der Erzdiözese Freiburg die Altkleidersammlungen. Die Malteser erteilen auch Auskunft über ihre Sammlungen und die Standorte ihrer Container. Es gibt allerdings auch andere Sammler mit Genehmigung.

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