Hohenzollern hinterlassenSpuren in Paris

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Schwäbische Zeitung

Zu "Erinnerungsorten" der Hohenzollern und ihrer Verwandtschaft in Frankreichs Hauptstadt Paris führt ein Vortrag von Gabriele Loges am Montag, 19. April, im Prinzenbau (Staatsarchiv) in Sigmaringen. Beginn ist um 20 Uhr, Veranstalter ist der Hohenzollerische Geschichtsverein.

Unter dem Titel "Auf den Spuren der Fürstin Amalie Zephyrine von Hohenzollern-Sigmaringen (1760-1841) nach Paris. 'Erinnerungsorte' der Fürstin und ihrer Verwandten: der Fürsten von Hohenzollern-Hechingen, Salm-Kyrburg und Beauharnais" zeigt die Kulturwissenschaftlerin aus Hettingen, wie vielfältig die Beziehungen der Hohenzollern in der Stadt an der Seine waren. Der bebilderte Vortrag ist gleichzeitig als Vorbereitung auf die Exkursion des Hohenzollerischen Geschichtsvereins nach Paris vom 30. Oktober bis zum 6. November gedacht.

Die "virtuelle Reise" führt neben Paris auch nach weiteren Orten, die quasi am Wegesrand liegen und allesamt Bezüge zu Hohenzollern aufweisen, nämlich Kirn an der Nahe, Dagstuhl, Overijse bei Brüssel, Malmaison und Plombières-les-Bains.

Am engsten mit Paris verbunden ist die Sigmaringer Fürstin Amalie Zephyrine von Hohenzollern-Sigmaringen. Die deutsche Adlige Amalie Zephyrine von Salm-Kyrburg wurde 1760 in Frankreichs Hauptstadt geboren. 1782 heiratete sie Erbprinz Anton Aloys von Hohenzollern-Sigmaringen, seinen ersten gemeinsamen Winter verbrachte das junge Paar in Paris. 1784 kam Amalie Zephyrine zum ersten Mal nach Sigmaringen, das sie bereits ein Jahr später, nach der Geburt ihres Sohnes, wieder verließ. Sie floh aus der Enge der schwäbischen Residenzstadt nach Kirn an der Nahe zu ihrem Bruder Friedrich von Salm-Kyrburg und dessen Frau Johanna, einer geborenen Prinzessin von Hohenzollern-Sigmaringen, der Schwester ihres Mannes.

Nach der französischen Revolution nahm Amalie Zephyrine wieder Kontakt mit Sigmaringen auf und verhandelte zusammen mit ihrem Mann Anton Aloys bei Napoléon erfolgreich um den Erhalt der beiden Hohenzollerischen Fürstentümer. 1808 kehrte sie schließlich wieder nach Sigmaringen zurück. Im nahe gelegenen Inzigkofen richtete sie sich eine eigene Hofhaltung ein. Amalie starb 1841 in Sigmaringen.

Auch die Herkunft einer Hechinger Fürstin führt nach Paris. Fürstin Eugenie von Hohenzollern-Hechingen war die Enkelin von Alexandre, Vicomte de Beauharnais, und seiner Frau Joséphine. Ersterer starb 1794 unter der Guillotine, Joséphine wurde als spätere Ehefrau Napoléons zur Kaiserin der Franzosen. Ihr Sohn aus erster Ehe und Vater der Hechinger Fürstin, Eugène Beauharnais, war der Besitzer des "Palais de Beauharnais", der heutigen Residenz des deutschen Botschafters in Paris.

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