Hohenzollern-Ehe endet vor dem Amtsgericht

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Erbprinz Karl Friedrich von Hohenzollern
Erbprinz Karl Friedrich von Hohenzollern
Schwäbische Zeitung

Die Ehe von Erbprinz Karl Friedrich von Hohenzollern und Prinzessin Alexandra ist geschieden: Dies bestätigte der künftige Sigmaringer Fürst gestern gegenüber unserer Zeitung. Ein Richter des Sigmaringer Amtsgerichts löste die Ehe am 21. Januar auf. Das seit 24 Jahren verheiratete Paar lebt seit 2006 getrennt.

Von unserem Redakteur  Michael Hescheler

Die Nachricht ist in Sigmaringen Stadtgespräch: Man weiß es, spricht aber in Gegenwart des Erbprinzen nicht drüber. Als Karl Friedrich von Hohenzollern einem Bekannten von der Änderung seines Familienstandes erzählen wollte, reagierte der wenig überrascht. „Ich weiß es schon“, entgegnete sein Gesprächspartner.

Vor dem Amtsgericht Sigmaringen ist die Ehe des Erbprinzen am Donnerstag vor 14 Tagen geschieden worden, bestätigt Karl Friedrich auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“.

Der Bevollmächtigte des Fürsten und seine Noch-Ehefrau erschienen in Begleitung ihrer Anwälte vor Gericht. Leser von Klatschzeitschriften erfuhren, dass sich die Prinzessin von einer Prominenten namens Kristina Gräfin Pilati von Thassul zu Daxberg-Borggreve, der Ehefrau von Ex-Verteidigungsminister Rudolf Scharping, juristischen Beistand einholte. Der Hohenzollern-Prinz achtete bei der Wahl seines Anwalts offensichtlich weniger auf den Namen.

Kein alltäglicher Termin für den Sigmaringer Amtsrichter, der im vergangenen Jahr 477 Familiensachen bearbeitete. Allerdings ging’s da auch um Unterhalt und sonstige Streitigkeiten, was dem Fürstenhaus nicht blühen soll. Die Mutter werde sich vorwiegend um die Kinder kümmern. „Aber wir bleiben beide Eltern“, stellt der Erbprinz klar.

Im Flur des Gerichts in der Karlstraße wurde das geschiedene Paar von einem Fotografen empfangen, womit der Prinz nicht gerechnet hatte: „Termine dieser Art werden ja nicht ausgehängt, deshalb hatten wir beide gehofft, dass die Boulevardpresse nichts davon mitbekommt.“

Das Paar hatte sich im Mai 1985 in der Beuroner Klosterkirche das Ja-Wort gegeben. Zwei Jahre später kam der erste Spross zur Welt. Drei Kinder folgten.

Alexandra (49) ist eine geborene Schenk von Stauffenberg. Dem Vernehmen nach ist es der Prinzessin in der Provinz zu eng geworden. Vorläufig wird sie in Schloss Krauchenwies wohnen bleiben, vermutlich aber nur so lange, wie die jüngste Tochter Antonia Elisabeth im Kloster Wald zur Schule geht. Die 14-Jährige kommt noch jeden Tag nach Hause, ihre kürzlich 18 Jahre alt gewordene Schwester Flaminia Pia wird in einem Internat Abitur machen. Die beiden ältesten Hohenzollern-Kinder, Alexander Friedrich (22) und Philippa Marie (21), studieren Wirtschafts- und Kommunikationswissenschaft.

Bis zur Trennung lebte der Erbprinz ebenfalls in Schloss Krauchenwies, jetzt bewohnt er den Wilhelmsbau am Karl-Anton-Platz. Als ältester Sohn von Fürst Friedrich Wilhelm führt der 57-Jährige in dessen Auftrag bereits die Geschäfte des Adelshauses. Die Hohenzollern sind unter anderem größter Anteilseigner der Zollern GmbH, einem der bedeutendsten Arbeitgeber im Landkreis.

Auf Nachfrage, ob er sich wieder in festen Händen befinde, antwortet Karl Friedrich ausweichend. „Dazu sage ich jetzt nichts, weil es nur neue Spekulationen schüren würde.“

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