Hobbysänger geben nach Workshop berauschendes Konzert

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Cäcilia Krönert

Fetzige Chormusik, mitreißende Präsentation und eine gehörige Portion Freude an gelebter Musik ließ die Bühne im Kapellensaal der Volkshochschule Inzigkofen im Alten Kloster am Freitagabend förmlich erbeben. Die Abschluss-Aufführung des fünftägigen Rock- und Pop-Workshops für ältere Menschen sorgte bei den rund 70 Gästen für gute Laune. 63 Hobby-Sänger von Tübingen bis zum schweizerischen Thurgau stellten in der kurzen Zeit ein fantastisches Musik-Event auf die Beine und ernteten dafür stehende Ovationen.

Mit extrem motivierendem, musikalischem „Know-How“ verstanden Kursleiter Jane Rudnick aus Tübingen und Martin Rodler aus Konstanz bereits zum dritten Mal das Feuer der Begeisterung und der Leidenschaft bei ihren Schützlingen der Workshop-Woche – alle um die 60 Jahre alt – zu entfachen. Viele brillante Solisten kristallisierten sich nach den nur wenigen Stunden von Vocal Forming und Einüben vieler englischer Liedtexte unter den professionellen Händen der Chorleiter heraus. „Wir, alle Chormitglieder, möchten Jane, Martin und Jürgen ganz herzlichen Danke sagen, wir sind toll geführt worden und haben uns hier unheimlich wohl gefühlt“, sagte eine Sängerin des Projektchores im Namen aller Mitwirkenden. Alle haben offensichtlich den „Rock- und Pop Workshop für fetzige Chormusik der Volkshochschule Inzigkofen“ im ehemaligen Augustinerinnenkloster aus dem 15. bis 17. Jahrhundert bei Übernachtung mit Vollpension in vollen Zügen genossen.

Zwischen den einzelnen Mahlzeiten stand Singen aus voller Kehle absolut im Vordergrund. „Chöre treffen sich oft in Inzigkofen, dieses Mal Rock und Pop für Ältere mit der Herausforderung, nach fünf Tagen ein professionelles Konzert abzuliefern“, mit diesen Worten eröffnete Bernd-Joachim Eck, Leiter der VHS, das Musikerlebnis. Von der ersten Minute an fühlte sich jeder Gast bei diesem etwas andere Abschlusskonzert sehr wohl, genoss die tollen Stimmen der zusammengewürfelten Sängerinnen und Sänger, ihre Solo-Auftritte und die professionelle Begleitung mit Gesang von Pianist Jürgen Waidele am Flügel. „Sir Duke“ von Stevie Wonder war der erste Song des temperamentvollen Chores, gefolgt von Ray Charles´ Klassik Soul Hit „Lonely Avenue“. Von Nervosität unter den Darsteller war nichts festzustellen, doch nach den ersten beiden Liedern hatte der Chor schon jede Menge Fans.

Mit „Off Track“ brachte Jane Rudnick ihren Rock und Popchor aus Tübingen mit. Lebendigkeit, Vielfalt, Begeisterung und Lebensfreude machte sich im Saal breit. In fetzigen Kostümen mit beeindruckender Choreographie versetzten die Akteure ihr Publikum in die „Rocky Horror Picture Show“ mit ihrem Lied „Time Wrap“. Sängerin Marion ließ „Strangest Dream“ von Ed McCurdy erklingen, ihr Gesang wurde von Karl und Wolfgang an der Gitarre begleitet. Der Männerchor alleine sang den Beatles Rocksong „From me to you“ aus den 60-Jahren. Ein musikalisches Highlight jagte das nächste.

Die Freude an der Musik übertrug sich von Sänger zu Zuhörer. Aus dem Chor „Grenzenlos“ aus Konstanz hat Martin Rodler einige seiner Sänger mitgebracht. Ein facettenreiches, bunt gemischtes Repertoire kredenzte der Projektchor seinen Gästen, von Blues über Jazz bis Rock und Pop waren viele Genres vertreten. „Unchain my Heart“ von Joe Cocker verwöhnte Auge und Ohr zugleich. J

utta setzte sich in die Mitte des Saales, nahm ihre Gitarre und sang „Emil seine unanständje Lust“ , ein Lied über Schönheitsoperationen von Salome Kammer. Nein, sang Jutta, sie lasse sich nicht operieren, ein richtigen Mann stehe auf Natur, war ihr Fazit und ein großes Amüsement für die Konzertbesucher.

Gemeinsam mit Pianist und Sänger Jürgen am Flügel sangen Jane und Martin „Just Squeeze Me“ von Ella Fitzgerald. Zum krönenden Schluss gab Irene Idarous aus Tübingen noch in der Woche selbst gereimte Poesie über diesen Workshop zum Besten. Rund zwei Stunden pure Lebensfreude vermittelten die Volkshochschulteilnehmer mit ihrem Abschlusskonzert. Mit stehenden Ovationen und den Rufen nach einer Zugabe bedankte sich die Besucherschar für beste Unterhaltung. Mit dem Song „Higher und Higher“ endete die Aufführung. „Das nächste Jahr komme ich wieder, es war herrlich, vielleicht melde ich mich ja auch zum Mitmachen an“, sagte Adelheid Witt aus Herdwangen-Schönach, noch ganz im Freudentaumel.

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