Nicole Frick

Auf dem Paulterhof in Inzigkofen hat der Reitclub Sigmaringen am Wochenende sein traditionelles Dressur- und Springturnier ausgerichtet. Mehr als 1000 Starts wurden gemeldet und um die 400 Pferde gingen mit ihren Reitern in den Parcours oder in die Halle. Das Turnier ist in der Reiterszene weit bekannt und so kommt es auch vor, dass manche Teilnehmer sogar eine Anfahrt von mehr als zwei Stunden in Kauf nehmen. So auch die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. Ihre beiden Töchter gingen am Freitag mit ihren Pferden an den Start. Der Reitclub Sigmaringen hat derweil auch viele Nachwuchstalente in den eigenen Reihen. Vincent Wagner (9), Lisa-Marie Fersch (18), Eileen Halder (21) und Maria Wagner sind nur einige von ihnen.

Beim Turnierwochenende auf der Reitanlage der Familie Baum starteten die vier Nachwuchstalente bei verschiedenen Prüfungen. Vom Springreiterwettbewerb über Dressur bis zum Springen der Klasse M waren alle vier immer wieder bei den Siegerehrungen mit von der Partie. Vincent Wagner holte sich beim Springreiterwettbewerb die goldene Schleife.

50 Zentimeter hohe Hindernisse

Beim Springreiterwettbewerb gilt es verschiedene Hindernisse zu überwinden. Dabei wird in einer Abteilung zunächst nach Anweisung der Richter dressurmäßig geritten. Meistens werden Schritt und Trab in der Abteilung gefordert und jeder Reiter muss nach Aufforderung alleine galoppieren. Im Trab werden sowohl leichttraben als auch aussitzen gefordert. Hat das alles problemlos geklappt, fordert der Richter die Reiter dazu auf, einzeln über die zwei bis drei in der Bahn stehenden Hindernisse zu springen. Diese sind etwa 50 Zentimeter hoch.

Bei der Prüfung waren auch einige Trabstangen aufgebaut, über die die Reiter ihr Pferd lenken sollen. Bewertet werden bei dieser Prüfung Sitz und Einwirkung des Reiters. Die Richter wollen sehen, dass die Anforderungen korrekt erfüllt werden und die Hufschlagfiguren richtig geritten werden. Diese Prüfung wird in Abteilungen von meist sechs bis acht Pferden geritten. Gibt es mehr Nennungen für die Prüfung, werden die Reiter auf mehrere Abteilungen aufgeteilt, zum Beispiel nach dem Alter. Platziert wird immer innerhalb der Abteilung.

Lisa-Marie Fersch hatte am Freitag etwas Pech beim Springen der Klasse A**, aber das machte der jungen Amazone nichts aus: Die nächste Schleife wurde dann eben bei der Dressur geholt.

Eileen Halder (21) gehört schon seit mehreren Jahren dem Sigmaringer Reitclub an. Ihr Hobby wird durch die ganze Familie unterstützt. Seit mehr als einem Jahr reitet sie den zehnjährigen Quirin, ein Bayrisches Warmblut. Weil dieser aber in den vergangenen Monaten immer wieder verletzt war, konnte Halder nun erst wieder zum Saisonende in die Turniersaison starten. Platzierungen und Siege der Springprüfungen Klasse A* und A** mit steigenden Anforderungen haben sie allerdings doch immer geschafft. Und auch bei allen Prüfungen auf dem Paulterhof war Halder platziert und erhielt bis zu 7,5 als Wertnote. Im nächsten Jahr hat sich die angehende Bankkauffrau aber dann Starts in der Leistungsklasse L vorgenommen. Dass sie das Glück hat, ihr Hobby so ausleben zu können, dafür ist sie dankbar. „Besonders meiner Mama, denn ohne die ging das alles gar nicht!“

Beim Springen bis zur Klasse S*, der höchsten Klasse beim Springen, waren 27 Starter gemeldet, gestartet sind dann wegen des starken Regens am Sonntag aber nur fünf Reiter. Gewonnen hat das Springen über die Hindernisse von 1,50 Meter Armin Engelhardt.

„Ein sehr schönes, aber leider nicht sehr sonnenreiches Turnierwochenende geht auf dem Paulterhof zu Ende“, sagt Jürgen Nüssle, Vorsitzender des Vereins. Edgar Wagner, der ebenfalls dem Vorstand angehört, pflichtet Nüssle bei. „Das Wichtigste bei so einem Turnier ist immer, dass keine Stürze zu verzeichnen sind und sich niemand ernsthaft verletzt“, ergänzt er.

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