Hateslam der „Schwäbischen“: Welcher Hass den Redakteuren entgegenschlägt

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Aus dem Hinterhalt: Chefredakteur Hendrik Groth bringt Leserzuschriften mit zum Hateslam nach Sigmaringen, die nie den Weg in di
Aus dem Hinterhalt: Chefredakteur Hendrik Groth bringt Leserzuschriften mit zum Hateslam nach Sigmaringen, die nie den Weg in die Zeitung finden würden. (Foto: Derek SChuh)
Redaktionsleitung

Wer sich zuerst meldet, dem reservieren wir einen Platz: Der Eintritt ist frei, da der Platz in der Redaktion begrenzt ist, ist jedoch zwingend eine Reservierung erforderlich. Die Lokalredaktion der Schwäbischen Zeitung in Sigmaringen an der Antonstraße 18 wird am Donnerstag, 27. September, um 19 Uhr zur Bühne für den Hateslam. Reservierungen sind möglich telefonisch unter der Nummer 07571/728231 oder per Mail:

redaktion.sigmaringen@schwaebische.de

„Wenn Sie auch nur einen IQ von eins hätten, hätten Sie längst Anstand gezeigt und das Zeitliche gesegnet, Sie dummes Propaganda-Arschloch.“ Es sind teilweise übelste Beschimpfungen, die Hendrik Groth, Chefredakteur der Schwäbischen Zeitung, in Leserzuschriften zu hören bekommt. Nicht nur er wird attackiert. Einige Leser werfen die Dreckschleuder buchstäblich an, um alles und jeden zu treffen. Einen Einblick in ihr E-Mail-Postfach geben Zeitungsredakteure bei ihrem Hateslam (sinngemäß: Hasswettstreit) am Donnerstag, 27. September, um 19 Uhr in den Räumen der „Schwäbischen Zeitung“ an der Antonstraße 18 in Sigmaringen. In den Lesepausen wird das Saxofonquartett Carlas Saxaffair die in den Leserzuschriften erzeugte Stimmung musikalisch aufnehmen und vertiefen. Der Eintritt zum Hateslam ist frei. Da der Platz in der Sigmaringer Lokalredaktion begrenzt ist, bitten wir Interessenten um vorherige Anmeldung.

Vor etwa einem Jahr, als die Macher des Kreiskulturforums das Thema des neuen Kulturschwerpunkts bekanntmachten, ist die Idee entstanden: „Demokratie und Freiheit“ heißt die Überschrift der Reihe. Als die Redakteure in der Sigmaringer Lokalredaktion davon hörten, kam ihnen spontan der Hateslam in den Sinn. Der Hasswettstreit ist der Beitrag der „Schwäbischen Zeitung“ zum Kulturschwerpunkt. Die Redakteure befassen sich mit dem freien Wort und stellen die Frage, wie viel Hass und Bösartigkeit mit einem demokratischen Diskurs zu vereinbaren sind.

Redaktion erhält wöchentlich 120 Zuschriften

Verglichen mit den Kommentaren in sozialen Netzwerken wie Facebook ist der Ton der Zeitungsleser zwar noch vergleichsweise moderat, doch er ist rauer geworden und nicht immer erinnern sich die Autoren beim Schreiben an ihre Kinderstube. Die überregionale Redaktion der „Schwäbischen Zeitung“ erreichen wöchentlich etwa 120 Zuschriften. Deutlich weniger kommen in der Lokalredaktion Sigmaringen an. Die Leserbriefe, in denen Redakteure oder andere Akteure wüst beschimpft werden, bekommen die Zeitungsleser nie zu Gesicht. Nun packen die Redakteure aus und offenbaren ihr Best-Of der Geschmacklosigkeit.

„Ich glaube tatsächlich, dass ein Teil unserer Gesellschaft noch nie richtig verstanden hat, was Demokratie ist und jetzt diese Möglichkeit nutzt, um sich zu artikulieren“, ordnet Chefredakteur Hendrik Groth die Schreibwut so mancher Leser ein. Groth wird zum Hateslam nach Sigmaringen kommen und aus Reaktionen auf seine Leitartikel vortragen. Der Videoredakteur der Mantelredaktion, Michael Scheyer, liest aus einem Leserbrief zur Diskussion um die Autobahnmaut, in dem der Autor so manches Holländer-Klischee bedient und sich dafür – warum auch – überhaupt nicht schämt.

Eine Musikerin schreibt sich in Rage

Die Sigmaringer Lokalredakteure Anna-Lena Janisch und Christoph Wartenberg greifen in die lokale Schatzkiste: Eine Musikern schreibt sich in Rage, weil ihr die Platzierung eines Konzertberichts missfällt. Oder ein Kandidat der Sigmaringer Bürgermeisterwahl fordert den Kopf des SZ-Lokalchefs Michael Hescheler. Eine Kopie seines Leserbriefs geht an das Staatsarchiv, denn den Archivaren traut er mehr Wahrheit als den Journalisten zu. Hescheler selbst wird beim Hateslam durch den Abend führen und die Entstehung einiger Briefe rekapitulieren.

Zusätzlicher Reiz des Hateslams: Er wird am Ort des Geschehens, also in der Lokalredaktion abgehalten. Die passenden Zwischentöne spielen die Herren von Carlas Saxaffair. Wer möchte kann mit den Redakteuren ins Gespräch kommen und so den Hateslam vertiefen.

Wer sich zuerst meldet, dem reservieren wir einen Platz: Der Eintritt ist frei, da der Platz in der Redaktion begrenzt ist, ist jedoch zwingend eine Reservierung erforderlich. Die Lokalredaktion der Schwäbischen Zeitung in Sigmaringen an der Antonstraße 18 wird am Donnerstag, 27. September, um 19 Uhr zur Bühne für den Hateslam. Reservierungen sind möglich telefonisch unter der Nummer 07571/728231 oder per Mail:

redaktion.sigmaringen@schwaebische.de

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