Gutensteiner Senioren besuchen Winfried Kretschmann in Stuttgart

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Die Gutensteiner Senioren besuchen die Villa Reitzenstein, den Regierungssitz des Ministerpräsidenten, in Stuttgart. In der Mit
Die Gutensteiner Senioren besuchen die Villa Reitzenstein, den Regierungssitz des Ministerpräsidenten, in Stuttgart. In der Mitte vorne Ministerpräsident Winfried Kretschmann, links daneben Ortsvorsteher Peter Herr, vorne rechts Gerlinde Kretschmann. (Foto: Helmut Stroppel)

Die Senioren aus Gutenstein, verstärkt durch einige Interessierte umliegender Gemeinden, haben einen erlebnisreichen und interessanten Ausflug nach Stuttgart gemacht und den Landtag und das Staatsministerium besucht. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hielt sich auch im Staatsministerium auf: „Auch in der Sommerpause muss regiert werden.“ Er begrüßte die Gruppe vor der Heimfahrt. Als der Bus mit 43 Personen in Stuttgart ankam, wurden diese von der Frau des Ministerpräsidenten, Gerlinde Kretschmann, herzlich begrüßt und in Empfang genommen.

In einer vorbereitenden Einführung informierte eine Mitarbeiterin des Landtags über die Aufgaben und Funktion des Landesparlaments. Die fünf Fraktionen mit ihren 143 Abgeordneten und ihren Mitarbeitern sind in verschiedenen Häusern untergebracht. Das Landtagsgebäude, das 1961 erbaut und 2014/2015 generalsaniert wurde, war der erste Parlamentsneubau nach 1945 in Europa. In der Eingangshalle wies die Mitarbeiterin auch auf die Büsten von neun ehemaligen Landtagspräsidenten, wie auch auf die Büste von Eugen Bolz, Staatspräsident von Württemberg zwischen 1928 und 1933, hin. Bolz war Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und wurde 1945 hingerichtet. Die Büste steht am Eingang der Abgeordneten und soll diese immer an die Werte der Demokratie erinnern.

Senioren lernen Parlamentsarbeit

Die Abgeordneten im Landtag entscheiden über politische Fragen, wählen den Ministerpräsidenten, beschließen Gesetze und den Landeshaushalt und kontrollieren die Regierung. Da die Abgeordneten derzeit in der Sommerpause sind, konnten sich die Senioren im Plenarsaal auf den Stühlen der Abgeordneten niederlassen und mithilfe eines Plans zur Sitzordnung feststellen, auf welchem Parlamentarierstuhl sie sitzen. Die Mitarbeiterin schlug vor, eine Ministerpräsidentenwahl nachzuspielen. Michael Rauch übernahm überzeugend die Position des Landtagspräsidenten, unterstützt von zwei Schriftführern. Die jeweiligen „Fraktionsvorsitzenden“ schlugen jeweils einen Kandidaten vor. Die Wahl fiel fraktionsübergreifend mit absoluter Mehrheit von 33 Stimmen auf Gerlinde Kretschmann, die den Stuhl ihres Mannes eingenommen hatte. Die Senioren hatten ihre Freude am Planspiel Landesparlament.

Nach dem Mittagessen stand die Besichtigung der Villa Reitzenstein, der Amtssitz des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, auf dem Programm. Zwei Mitarbeiter des Staatsministeriums führten die Gruppe durch die verschiedenen Räume der Regierungszentrale. Im Kabinettsaal trifft sich die Landesregierung an einem großen ovalen Tisch zur wöchentlichen Kabinettssitzung. Motive der vier Jahreszeiten schmücken den Gobelinsaal, in dem große Gesprächsrunden, Konferenzen und Empfänge stattfinden. Im Runden Zimmer gibt es Steh-Empfänge und im Blauen Zimmer finden Gespräche im kleinen Kreis statt. Gemütliche Sitzgruppen für „Kamingespräche“ jeglicher Art gibt es in der prachtvollen Bibliothek.

Die ehemaligen Ministerpräsidenten hängen in Form gemalter Porträts in den Fluren. Ein Gang durch den die Villa umschließenden Park rundete einen beeindruckenden Rundgang ab. Ministerpräsident Winfried Kretschmann begrüßte am Ende die Senioren „aus der Perle des Donautals“ am „schönsten Regierungssitz Deutschlands“. Ein Ministerpräsident herrsche nicht, er sollte dienen. Deshalb müsse man die Menschen immer im Auge behalten, so Kretschmann. „Wir haben Politik gemacht mit den Sozis und jetzt mit der CDU – beide sind schwierig.“ Die Senioren zeigten sich sehr zufrieden über den gelungenen Ausflug, die von den Organisatoren Konrad Amann, Werner Beck und Albert Kleiner hervorragend vorbereitet und von Gerlinde Kretschmann tatkräftig unterstützt wurde.

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