Gustav-Bregenzer-Straße wird durch Müllablage zum Nadelöhr

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Lukas M. Heger

Mal kommt sie, mal kommt sie nicht: Die Sache mit der Müllabfuht stinkt den Anwohnern der Sigmaringer Gustav-Bremer-Straße gewaltig. Denn seit einiger Zeit wird der Müll manchmal nicht mehr direkt vor den Haustüren abgeholt, sondern von einer zentralen Sammelstelle. Keine annehmbare Situation, findet man auch im Landratsamt. Jetzt wird nach einer Lösung gesucht.

„Ich bin immer auf Hilfe angewiesen, da ich die schweren Mülltonnen nicht bis nach unten an die Straßenecke bringen kann", klagt eine 82-jährige Anwohnerin. Denn seit einige Müllfahrzeuge nicht mehr in die Gustav-Bregenzer-Straße fahren, sollen die Anwohner ihre Mülltonnen und ihre Gelben Säcke an der Ecke zur Josefinenstraße deponieren.

So geht es aus einem Schreiben des Sigmaringer Landratsamtes an die Anwohner von Anfang Juli hervor. Weiter heißt es darin, dass bei einem Ortstermin des Landratsamtes „aufgrund parkender Fahrzeuge am Straßenrand die für ein Müllfahrzeiug erforderliche lichte Durchfahrtsbreite nicht vorhanden war.“

Ein Sprecher des Landratsamtes erläutert auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“, dass ein „Müllsammelfahrzeug nach den Arbeitssicherheitsvorschirften eine Durchfahrtsbreite von 3,55 Metern“ braucht. Da in besagter Straße aber regelmäßig Autos stehen, wird es zu eng für die Fahrer der Müllabfuhr. Denn nach Angaben des Landratsamtes misst die Straße nur zwischen 4,40 und 4,80 Metern. Parkt dort nun ein Auto, verringert sich die Straßenbreite entsprechend und wird zum Nadelöhr. „Um Verletzungen der Mitarbeiter und Schäden an Autos oder dem Lastwagen zu verhindern, kann und darf das Müllfahrzeug nicht mehr einfahren“, so der Sprecher weiter.

Da dieses Problem nach Ausführungen einer Anwohnerin schon seit mehreren Monaten besteht, hat man sich auch in der Nachbarschaft Gedanken über eine Lösung gemacht. „Wir haben Anwohnerparken vorgeschlagen und die Abholung des Mülls zu einen früheren Zeitpunkt, bevor Stadtbesucher in unserer Straße parken“ erzählt eine Frau, die in der Gustav-Bregenzer-Straße wohnt.

Nachbarn helfen sich vorübergehend gegenseitig

Laut ihr werden die Vorschläge bei der Stadt nicht angenommen und „man als Anwohner immer wieder vertröstet und sozusagen in die Warteschleife gestellt. Und auf dem Amt wird die Verantwortung dann hin und her geschoben.

„Während an andere Stelle noch nach einer Lösung gesucht wird, unterstützt sich die Nachbarschaft derweil gegenseitig, wie die Anwohnerin erzählt: „Meine Jungs helfen der Nachbarin den Müll wegzubringen. Eine Lösung von Dauer kann das aber natürlich auch nicht sein.“

Dass die zentrale Sammelstelle am Straßeneingang keine optimale Lösung ist, sieht man auch im Landratsamt: „Wir wissen, dass dies Aufwand für die Bürger bedeutet. Aktuell ist es aber leider nicht anders möglich. Das bedauern wir sehr“ heißt es. Ein Vorschlag zur Beseitigung des Problems kommt von der Kreisabfallwirtsschaft und der unteren Verkehrsbehörde.

Stadtverwaltung prüft Alternativen

Dort schlägt man vor, mit Schildern auf ein bestehendes Parkverbot hinzuweisen und lässt wissen: „Misst die Restfahrbahnbreite weniger als 3,05 Meter, darf grundsätzlich nicht mehr geparkt werden.“ Bei der Stadt prüft man währenddessen Alternativen und sieht den Vorschlag laut Landratsamt kritisch, da die Anwohner teilweise auf die Parkplätze angewiesen sind – so wie auf die Müllabfuhr.

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