Grusical: „Beinahe filmreif“, finden die Zuschauer

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Judith Gauggel

Das Musical „Schock’n Roll – Das Grusical“ hat am Freitag in der Bilharzschule seine Premiere gefeiert. Die Theater-AG führte ihr neues Stück, das von Lehrerin Ann-Cathrin Poppendicker geschrieben und zusammen mit Theaterpädagogin Anja Maier und Lehrerin Grace Ciesla einstudiert wurde, auf. Überbevölkerung auf dem Zentralfriedhof: Das kleine Gespenst Buhuu soll Dracula, den King des Schock’n’Roll, erschrecken, um auf dem Friedhof bleiben zu können. Aufgeführt wurde das humorvolle „Grusical“ von 30 Schülern der Grundschule aus den Klassen zwei bis vier. Die Aula war voll bis zum letzten Platz. Zum Schluss bekamen alle helfenden Hände ein großes Dankeschön ausgesprochen. „Mal was anderes“ oder „beinahe filmreif“, lauteten Aussagen der Zuschauer in der Pause.

Ein Sprung aus der Wohlfühlzone hinauf auf die Bühne: Die anfänglich technischen Schwierigkeiten ließen die Jungdarsteller nicht aus der Ruhe bringen und so begann das Stück mit gruseliger Musik und zog die Zuschauer in die Welt der untoten Kreaturen. Die Verantwortlichen für Requisite und Kostümbild zeigten ein Händchen für Details und gaben jedem Charakter den passenden Auftritt. Alle, die das 13. Lebensjahr vollendet haben, müssen auf dem Friedhof eine Gruselprüfung abgelegen, damit die Bevölkerung nicht drastisch zunimmt. Dracula, gespielt von Lena Eschle, fordert diejenigen auf vorzutreten. Buhuu, das kleine Gespenst, gespielt von Kieu Anh Lai, muss bis zum nächsten Vollmond einen Plan schmieden, wie sie Dracula erschrecken kann.

Wolfie, ein Werwolf, gespielt von Cecil Hutterer, wird zu Buhuus Gefährten. „Alle tanzen nach Draculas Pfeife“, sagt Buhuu. „Dracula hat die Macht und keiner traut sich gegen ihn was zu machen.“ Sie suchen sich Hilfe bei den vorherigen Prüflingen. Die Poltergeister Mufti (Hannes Netto) und Grufti (Neele Brugger) gewannen ihre Prüfung durch übernatürliche Aktivitäten.

Angst vor Gruselprüfung

Die Aula bekam ein „Bootube“-Video zu sehen, das zeigte, wie die beiden ein Klassenzimmer aufmischten. Die „Irrlichter“, die die allererste Gruselprüfung bestanden, konnten Dracula bei ihrer Prüfung so weit weg vom Friedhof bringen, dass er Angst bekam.

Die Untertanen Draculas brechen zur Rebellion auf. Die Melodie von „Imagine“ erklingt – der Text beinhaltete Zeilen wie „auf dem Friedhof hört jeder jedem zu“ oder „ich träum’ gern diesen Traum“. Draculas treuergebene Wehrwölfe stecken Wolfie in einen Zwinger. Doch die Vampirellas sind genervt von Dracula und seinen Gepflogenheiten und wollen Buhuu helfen. „A Place for you and me“ wird angestimmt. Alle, bis auf die Werwölfe, singen „in this Place the sun will always shine“ und träumen weiter von einem Friedhof mit Spuk und Spaß, ohne Dracula.

Weil Dracula Angst vor Tageslicht hat, wird ein Plan geschmiedet. Die Skelette lenken die Aufmerksamkeit auf sich, indem sie die Wehrwölfe mit einem Knochen anlocken. Die Irrlichter strahlen so hell sie nur können, Mufti und Grufti stellen Vogelgezwitscher nach, damit Dracula denkt, es sei Tag. Igor (Benedict Fischer) will die Friedhofsstimmung endlich beenden und kümmert sich um die Mumien. Als Dracula erwacht und aus seinem Sarg steigt, glaubt er zu verbrennen und wird in einen Sarg verfrachtet. Die Mumien eilen zu Hilfe und wickeln ihn mit ihren Binden ein.

Buhuu hat die Prüfung bestanden, es wird die letzte sein. Die Musik von „Let it be“ erklingt und die Wehrwölfe entschließen sich, sich auf die Seite des kleinen Gespenstes zu stellen. „Lass das bitte kein Traum sein, unser Friedhof ist endlich vom Tyrannen befreit, gehen wir in die neue Zeit.“ Tobender Applaus erklingt nach dem letzten Lied: „Wer hat Angst vorm Dracula? – Niemand!“

Das Grusical zeigt, dass Mut belohnt wird, dass aus den Kleinsten ganz Große werden können. Wenn man Freunde hat, die hinter einem stehen, die einem die Angst nehmen und Vertrauen haben, wird am Ende alles gut. Die Lehrerinnen bedankten sich nicht nur bei den helfenden Händen hinter den Kulissen, sondern auch bei den Schülern, indem sie dem Publikum den Rücken zukehrten, um sich vor den Darstellern zu verbeugen.

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