Zumindest die geehrten Mitglieder lachen wieder: Bei der Hauptversammlung der Stadtkapelle wird ein Lagerdenken deutlich.
Zumindest die geehrten Mitglieder lachen wieder: Bei der Hauptversammlung der Stadtkapelle wird ein Lagerdenken deutlich. (Foto: weig)
Elisabeth Weiger

Bei der Hauptversammlung der Stadtkapelle sind Missstimmigkeiten deutlich geworden. Kritisiert wurden Musiker, die das Haar in der Suppe suchten. Nun soll ein Mediator den Streit schlichten.

„Sind wir spielfähig?“ fragte der Vorsitzende Niklas Baumeister bei der Vorstellung des Kreismusikfestes am 12. Juli in Scheer und entfachte damit eine emotionsgeladene Diskussion über das Für und Wider einer Teilnahme am Wertungsspiel. Während sich verdiente Musikkollegen aufgrund der schwachen Kapellenstärke (derzeit 37 Mitglieder) und mangelhafter Probenbesuche dagegen aussprachen, argumentierten andere mit den auftrittsfreien Frühlingsmonaten, die intensivere Proben ermöglichen würden. Ob die Stadtkapelle am Wertungsspiel teilnimmt, bleibt weiter offen.

Der Wunsch nach neuen Projekten, Visionen sowie einer offeneren Kommunikation zwischen Vorstand und Mitgliedern, zwischen jungen und gestandenen Musikern, mündete in den einhelligen Wunsch aller Anwesenden an den Vorstand, mit Hilfe eines Mediators „Gräben, die zu hören und zu spüren sind“, so ein Musiker, anzusprechen und nach Lösungen zu suchen, die alle mittragen können.

Bürgermeister Marcus Ehm bedankte sich bei den Akteuren dieser städtischen Institution für ihre Zuverlässigkeit und sicherte ihnen weiterhin eine „überproportionale“ finanzielle Unterstützung zu. Positive Rückmeldungen erzielte die Musikkapelle mit ihrer Teilnahme an der OBW-Jubiläumsfeier sowie der Entscheidung der Verantwortlichen, das diesjährige Jahreskonzert als eine Benefizveranstaltung auf Spendenbasis zugunsten der Krebsberatungsstelle anzubieten.

Wiederholt bemängelte der Vorsitzende Niklas Baumeister neben der lediglich 70-prozentigen Anwesenheit bei Proben und Auftritten auch die Mentalität einiger Musikkollegen, permanent „das Haar in der Suppe zu suchen“ und damit Ärger und Kleinkrieg anzufachen.

Dirigent Mario Franke bedauerte die schleppenden Probenbesuche und die nicht selten notwendige Verstärkung der Kapelle mit Aushilfsmusikern. „Richtig gute Musik zu spielen“ mit Musikern, die vor Ort sind, sich seit Jahren kennen, nebeneinander sitzen und sich blind vertrauen, das ist sein Anspruch, seine Bitte an die Mitglieder.

Jugendleiterin Anna Töpfer berichtete über die Aktivitäten der 36 Jungmusiker und nannte die Teilnahme am internationalen Jugendkapellentreffen in Ettlingen im Mai 2020 als eines ihrer Ziele, worauf es hinzuarbeiten gelte.

Die Entlastung des Vorstandes bei fünf Enthaltungen erteilte Bürgermeister Marcus Ehm. Die Neubesetzung eines vakant gewordenen Beisitzeramts fiel bei drei Enthaltungen auf Esther Kramer, die dieses Amt bis zur Neuwahl des gesamten Vorstandes 2021 ein Jahr lang innehaben wird.

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