Freibad-Sanierung wird deutlich teurer

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Sanieren die Stadtwerke das Freibad Sigmaringen oder ziehen sie den Stöpsel? Kommenden Mittwoch wird der Gemeinderat grundsätzl
Sanieren die Stadtwerke das Freibad Sigmaringen oder ziehen sie den Stöpsel? Kommenden Mittwoch wird der Gemeinderat grundsätzlich entscheiden. (Foto: Archiv: Corinna Wolber)
Redaktionsleitung

Die Sanierung des Freibads wird erheblich teurer als bislang angenommen: Die Stadtwerke gehen nun von Kosten in Höhe von 7,8 Millionen Euro aus. Bislang lag die Kostenschätzung bei 5,5 Millionen Euro. Ob der Gemeinderat die 40-prozentige Steigerung mitträgt, wird sich in der Sitzung am kommenden Mittwoch entscheiden. Lau dem von den Stadtwerken vorgeschlagenen Zeitplan soll die Sanierung im April 2019 beginnen und ein Jahr dauern. Die Freibadsaison 2019 würde dann komplett entfallen.

Laut der Sitzungsvorlage empfiehlt der Leiter der Stadtwerke dem Gemeinderat, die Vorplanung mitzutragen. Ein von der Bundesregierung zugesagter Zuschuss in Höhe von knapp 2,5 Millionen Euro würde dann beinahe von der Kostensteigerung aufgefressen. Die Stadtwerke müssten nach Abzug dieses Zuschusses einen Betrag von 5,3 Millionen Euro finanzieren. Bislang waren die Verantwortlichen im Rathaus davon ausgegangen, dass der städtische Eigenanteil etwa drei Millionen Euro betragen würde.

Eine absolute Minimallösung für die Freibadsanierung, die sich auf das Wesentliche beschränke, werde aktuell vom Bauamt erarbeitet. Der Werkleiter der Stadtwerke, Bernt Aßfalg, geht davon aus, dass diese Lösung rund fünf Millionen Euro kosten wird. Auf Modernisierungen, die das Bad attraktiver gestalten würden, müsste dann komplett verzichtet werden. „Der Kunde sieht dann gar nichts“, sagt Aßfalg. Das Freibad müsse jetzt für die nächsten 40 Jahre fit gemacht werden, plädiert er für die 7,8-Millionen-Lösung.

Die Steigerungen sind laut Sitzungsvorlage auf mehrere Punkte zurückzuführen: Die bisherig Kostenschätzung sei zeitlich überholt, da sie im Jahr 2015 aufgestellt wurde. Seither seien die Baukosten um circa zehn Prozent, also 550 000 Euro, gestiegen. Nicht ausreichend berücksichtigt wurden im bisherigen Sanierungskonzept der Stadtverwaltung Arbeiten im Technikbereich in einem größeren Umfang.

Laut den heutigen Anforderungen ist die Badewasseraufbereitungstechnik um bis zu 50 Prozent unterdimensioniert. Zudem müsse der Technikkeller baulich erweitert werden. Für den Betrieb der Technik gibt es aktuell eine Ausnahmegenehmigung. Sollte das Freibad durch einen Kinderbereich und eine Rutsche erweitert werden – wie aktuell vorgesehen – wird diese Ausnahmegenehmigung nicht verlängert.

Dritter Kostentreiber sind gestiegene Baunebenkosten, die für die Arbeit von Architekten und Ingenieuren anfallen. Bislang wurden sie mit 15 Prozent der Baukosten angesetzt, künftig sind es 25 Prozent.

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