Fotos dokumentieren den Corona-Alltag

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Während der Corona-Pandemie gelten auch auf Schulfluren andere Regeln.
Während der Corona-Pandemie gelten auch auf Schulfluren andere Regeln. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Die Erfahrung von Unterschiedlichkeit innerhalb der die Welt doch einenden Corona-Krise haben Kunst- und Französischlehrerin Laure Soccard-Güler von der Liebfrauenschule und die Schulsozialarbeiterin der Ludwig-Erhard-Schule, Sabrina Idler, zu einem ambitionierten Kunstprojekt inspiriert. Nach eigenen Aussagen waren die Schüler sofort begeistert.

Es begann zunächst als reines Fotoprojekt, welches das eigene „Leben auf Abstand“ der vergangenen Monate darstellen sollte. „Wie wir selbst mit unseren Ideen und in der Umsetzung der Bilder werden auch die Menschen rund um den Globus erfinderisch und versuchen das Beste aus der Situation zu machen“, sagt Abiturientin Ina Waizenhöfer über die Möglichkeit von Kunst, das eigene Erleben zu verarbeiten. Die Fotoinszenierungen der Schüler konzentrieren sich auf die schwierige Zeit des Lockdowns und möchten Zeugnis ablegen über eine Zeit voller Einschränkungen, Auflagen und Beeinträchtigungen des täglichen Lebens.

Verwendete Hilfsmittel wie Regenschirm, Zollstock oder Schwimmnudel machen auf den nötigen Sicherheitsabstand aufmerksam. Unterschiedliche Orte auf dem Schulgelände spiegeln die Einzigartigkeit des eigenen Erlebens sowie die unterschiedlichen Gegebenheiten in der verschiedenen Ländern der Erde. Und immer wieder kommen die Schüler in ihren Fotos zu dem Schluss, wie gut es uns in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern erging. Dabei entstanden sowohl düstere Fotos, auf denen mit Hilfe von Gitterstäben die Freiheitsberaubung durch die Krankheit symbolisiert wurde, als auch Szenen, die zeigen, dass trotz Maske wieder Spaß und Leichtigkeit im Leben möglich sind. „Unsere Fotografien sollen ein universelles Medium für alle Menschen sein, egal welcher Herkunft“, betont die Schülerin. Zwar werden verschiedene Zustände an diversen Orten dargestellt, in der Corona-Krise stecke aber noch mehr die Chance, zu verbinden und zu einen.

Aus diesem Fotoprojekt entwickelte sich der Wunsch der Liebfrauenschüler nach der Gestaltung einer Graffitiwand, um „zu einem Teil der Schule zu werden und unserer Schule etwas zurückzugeben“. Abiturient Johannes Herre möchte nach acht Jahren am Lize das Bild der Schule aktiv mitgestalten und für kommende Klassen eine Botschaft hinterlassen: „Es ist wie ein Lehrer zu sein, nur ohne Stimme, aber mit Pinsel und Farbe“. Die Graffitiwand setzt die positiven Impulse der Fotos fort und ist mitnichten geprägt von Gefühlen wie Angst oder düsteren Farben. Stattdessen lenkt die leuchtende Farbgebung den Blick des Betrachters auf das Gute, das in dieser schweren Zeit entstanden ist. „Kunst ist eine Ausdrucksform, die uns in diesen Zeiten verbinden kann und mit welcher wir auch allen anderen Menschen die Kraft geben wollen, das Positive zu sehen“, fasst Ina Waizenhöfer ihre Idee zusammen. „In diesen Zeiten geht es darum, zusammen stark zu sein.“ Zumindest die Schulgemeinschaften der Liebfrauenschule und der Ludwig-Erhard-Schule werden mit diesen Kunstwerken noch lange daran erinnert. Ein Wunsch der Schüler bleibt: eine Möglichkeit zu bekommen, ihre Bilder für die Öffentlichkeit ausstellen zu können.

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