Fotografien aus dem Donautal vermitteln räumliche Tiefe

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Kruthoff führt in die Ausstellung ein, Jan Egdmann spielt dazu.
Kruthoff führt in die Ausstellung ein, Jan Egdmann spielt dazu. (Foto: Loges)
Gabriele Loges

Jeden ersten und zweiten Sonntag im Monat ist das Kunsthäusle von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter

www.kunstimhaeusle.de

In der privaten Galerie „Kunst im Häusle“ ist am Wochenende die Ausstellung „Ausschnitte“ mit Landschaftsfotografien von Ludger Kruthoff eröffnet worden. Die Kunst im kleinen Rahmen in der Roystraße, die zum 5. Mal ihre Türen als Plattform für Künstler aus der Region öffnete, zog viele Gäste an. Ludger Kruthoff aus Beuron stellte zum ersten Mal im süddeutschen Raum seine Fotografien einem größeren Publikum vor.

Während der Begrüßung konnten die Gäste draußen stehen. Zum Glück schien die Sonne. Ronald Parusel, selbst passionierter Kunstschaffender, begrüßte als Hausherr die Gäste: „Es ist wirklich toll, dass so viele gekommen sind.“ Ein wenig schwierig sei es gewesen, eine Auswahl an möglichen Exponaten zu treffen, man hoffe dennoch, die getroffene Wahl zeige das breite Spektrum der Landschaftsfotografien von Ludger Krutthof aus Beuron. Mit Jan Egdmann, einem „Neu-Sigmaringer“, konnte ein Liedermacher gefunden werden, der mit einem leicht ironischen Blick und passend zum Anlass die Welt zwischen „analog und digital“ aufs Korn nahm und die Veranstaltung musikalisch ergänzte.

Ludger Kruthoff ist ausgebildeter Fotograf, studierte anschließend Foto-Design in Dortmund, machte seine Meisterprüfung und wechselte danach in die Verlagsbranche. Eine Vernunftentscheidung, so Krutthoff. Das Donautal kannte er aus seiner Jugendzeit, denn dorthin zog es schon seine Eltern in den Urlaub. Es fiel ihm nicht schwer, diese Landschaft zum Lebensmittelpunkt zu machen. Ab 1992 arbeitete er zwölf Jahre im Beuroner Kunstverlag. Seit 2005 leitet er den Swiridoff Verlag des Würth-Konzerns in Künzelsau. Seine neue Heimat blieb das Donautal, das er immer wieder in seinen Fotografien festhält. Die Fotografie musste zwar meist aus beruflichen Gründen im Hintergrund bleiben, dennoch war sie für Kruthoff weit mehr als ein Hobby. Er sammelt systematisch das, was er sieht und mit der Kamera festhält.

Die Naturbilder, die er im „Häusle“ zeigt, sind analog aufgenommen. Damit die Tiefe und die Leuchtkraft der Farben, so Krutthof, besser zur Geltung kommen, wählte er eine besondere Technik: Die Fotoabzüge vom Negativ werden auf Alu-Dibond aufgezogen und dann von einer Firma unter Acrylglas versiegelt.

Die Exponate kommen auf dem weißen Untergrund im Ausstellungsraum noch leuchtender zur Geltung. Besucher bescheinigten ihm, was er als Fotograf selbst umsetzen möchte: „Man hat das Gefühl, man kann in die Bilder reingehen.“

Die Landschaft, mal näher, mal im Abstand, wirkt in Hochglanz und im Ausschnitt auf eine eigene Weise. Ein Mohnfeld auf Augenhöhe oder ein Kornfeld mit Wildblumen, das man so höchstens liegend selbst erleben kann, laden ein, der Perspektive des Fotografen zu folgen. Ein Motiv, ein Kornfeld aus seiner alten Heimat Nordrhein-Westfalen, hat Kruthoff für die Ausstellung extra fertiggestellt. In der Mitte geteilt rahmt es das kleine Fenster des „kleinen Raums für Kunst“ ein und spielt mit „draußen und drinnen“.

Jeden ersten und zweiten Sonntag im Monat ist das Kunsthäusle von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter

www.kunstimhaeusle.de

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