Flüchtlingskriminalität in Sigmaringen nimmt ab

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Kriminalität nimmt in Sigmaringen ab
Sigmaringen ist seit Monaten in den Schlagzeilen. Rund um den Bahnhof sind Drogenhändler, betrunkene und aggressive Menschen unterwegs. Häufig steht die Kriminalität in Zusammenhang mit Flüchtlingen. Im vergangenen Jahr war die Kriminalität in Sigmaringen so hoch wie in Großstädten wie Stuttgart oder Mannheim. Doch zwischenzeitlich hat sich die Situation gebessert.
Redaktionsleitung

Die mit Flüchtlingen zusammenhängende Kriminalität ist in den ersten Monaten des Jahres zurückgegangen. Dies sagte der kommissarische Präsident des Polizeipräsidiums Konstanz am Mittwochabend vor dem Sigmaringer Gemeinderat. „Wir sind auf einem guten Weg, allerdings müssen wir die Freiluftsaison abwarten“, sagte Gerold Sigg. In seinem Bericht kündigte er an, dass die bei der LEA geplante Polizeiwache im Spätherbst öffnen werde. Laut SZ-Informationen ist die Wache außerhalb der Erstaufnahmestelle gegenüber von der Wache geplant. Sie soll im Gebäude 93 installiert werden.

Bürgermeister Thomas Schärer kündigte an, dass es im Juni eine Entscheidung zum Security-Dienst geben werde. Der Gemeinderat hatte der Stadtverwaltung aufgetragen, ein Sicherheitskonzept für das Areal rund um den Bahnhof zu erstellen. Die Ergebnisse sollen in der Ratssitzung am 27. Juni vorgestellt und beschlossen werden.

Laut aktuellen Zahlen sind in Sigmaringen in den ersten Monaten des Jahres rund 100 in Zusammenhang mit Flüchtlingen stehende Straftaten erfasst worden. Auf die Frage eines Gemeinderats, wo er in Sigmaringen einen Brennpunkt sehe, sagte der Polizeipräsident: „Ich sehe nicht den einen Brennpunkt.“ Die meisten Delikte (44) wurden in der LEA gezählt. Die restlichen 55 Fälle verteilen sich auf die Innenstadt. Prinzengarten und Bahnhof zusammen kommen auf etwa 15 erfasste Straftaten.

Das von CDU-Innenminister Thomas Strobl vorgestellte Maßnahmenbündel zur Bekämpfung der Kriminalität in Sigmaringen betrachtet der Polizeichef nicht als alleinigen Heilsbringer. „Unser Maßnahmenkonzept läuft schon länger“, verteidigte er die Arbeit der Polizei. Der Minister habe es so richtig auf den Weg gebracht. Seit der öffentlichen Diskussion über die Sicherheitslage in Sigmaringen werde die örtliche Polizei verlässlich und dauerhaft von Kräften der Bereitschaftspolizei unterstützt, sagte Bürgermeister Schärer.

Der Polizeiführer machte noch einmal darauf aufmerksam, dass es Ziel der Sicherheitsbehörden sei, „die ganz schlimmen Finger aus dem Verkehr zu ziehen“. Dazu müssten ihnen die Straftaten nachgewiesen werden – und zwar so viele wie möglich. Beispiel Ladendiebstähle: Einzelne Fälle genügten nicht für einen Haftbefehl. Handle es sich um gewerbsmäßigen Ladendiebstahl, dann seien die Vorzeichen anders.

Laut der Kriminalstatistik des vergangenen Jahres klafft die Schere zwischen der Zahl der Tatverdächtigen (453) und der aufgeklärten Fälle (992) immer weiter auseinander. Dies bedeutet, dass es die Polizei in Sigmaringen häufig mit Mehrfachtätern zu tun hat. „Eine Gruppe von 50 Flüchtlingen vereinigt die Taten auf sich“, sagte Sigg. Die Statistik besagt, dass die Kriminalität in der Stadt Sigmaringen 2017 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 36 Prozent gestiegen ist. Am heftigsten ist der Anstieg beim Rauschgift (plus 70 Prozent). Bei der Häufigkeitszahl bewege sich Sigmaringen auf dem Niveau von Stuttgart oder Mannheim. Rund 57 Prozent der Tatverdächtigen in Sigmaringen sind Flüchtlinge, im Land liegt diese Zahl bei etwa zehn Prozent.

In der Kriminalstatistik ist Sigmaringen ein Problemfall
Laut Polizeipräsidium Konstanz, das am Donnerstagvormittag die Kriminalstatistik 2017 vorgestellt hat, ist der Landkreis Sigmaringen ein Problemfall. Grund dafür ist eine Zunahme an Delikten, die auch auf Flüchtlinge zurückzuführen ist.

Kriminalität: Zahl der tatverdächtigen Flüchtlinge nimmt zu (2016)

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