Feuerwehr rettet Laiz vor schwankendem Narrenbaum

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Feuerwehr rettet Laiz vor schwankendem Narrenbaum
Nach dem Narrenbaum in Pfullendorf ist am Fasnetsmontag auch der Baum in Laiz vorzeitig gefällt worden. Die Feuerwehr Sigmaringen wartete den Umzug ab, ehe es dem 26 Meter langen Baum vor dem Rathaus an den Kragen ging. Sie ging nach der Salami-Taktik vor: Nach einer halben Stunde hatte sie den Baum in Kleinholz verwandelt und die Gefahr, die von dem schwankenden Baum ausging, war gebannt.
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Nach dem Narrenbaum in Pfullendorf ist am Fasnetsmontag auch der Baum in Laiz vorzeitig gefällt worden. Die Feuerwehr Sigmaringen wartete den Umzug ab, ehe es dem 26 Meter langen Baum vor dem Rathaus an den Kragen ging. Sie ging nach der Salami-Taktik vor: Nach einer halben Stunde hatte sie den Baum in Kleinholz verwandelt und die Gefahr, die von dem schwankenden Baum ausging, war gebannt.

Während dem Umzug schlägt der Laizer Zunftmeister Johannes Wolf Alarm. Er kann den schwankenden Narrenbaum nicht mehr sehen. „Es war mir einfach zu gefährlich“, sagt der Chef der Balkenstrecker. Die Feuerwehr rückt mit Drehleiter und Säge an.

Feuerwehrmann Reinhold Schuler zieht sich die Schutzkleidung an und fährt mit dem Korb nach oben, um die Säge zu bedienen. Erst zersägt er die Baumkrone, weil von ihr die meiste Gefahr ausgeht, weil sie dem Wind die größte Angriffsfläche bietet. „Die Krone ist immer wieder gefährlich auf mich zugekommen“, beschreibt er die Arbeit bei blasendem Sturm. Im Auge behalten musste er die Bändel aus stabiler Folie – wenn sie mit der Säge in Berührung gekommen wären, hätten sie ihr den Garaus gemacht.

Darum verzichtet der Vetter Guser auf den Narrenbaum

Eine Sigmaringerin kann sich in diesem Moment einen Seitenhieb auf die Laizer nicht verkneifen: „Jetzt wissen wir, warum der Vetter Guser keinen Narrenbaum hat.“

Die Arbeit ist übrigens nicht nur für die Feuerwehrmänner gefährlich. Auf dem Parkplatz vor dem Rathaus parkt ein Corsa, dessen Halter wohl Herzrasen bekommen hätte, wenn er bei dem Schauspiel hätte zusehen müssen. Doch das Auto bleibt heil.

Alle paar Minuten rasselt ein Baumstücke zu Boden. Meterweise sägt die Feuerwehr den Baum klein. Das letzte Stück drücken die Männer zu Boden, nachdem sie einen Keil gesägt hatten.

Feuerwehrkommandant Jürgen Bossert überreicht dem Zunftmeister die Spitze des Narrenbaums. „Das ist unser Fasnetsgeschenk“, frotzelt er. Johannes Wolf lächelt etwas gequält und geht mit der Trophäe in Richtung Festhalle, wo der Baum verlost wird. Er weiß wohl, was er sich jetzt anhören muss.

Am Vormittag hatte die Feuerwehr bereits einen Einsatz: Wegen eines Sturmschadens am Verwaltungsgericht ist die Karlstraße für eine halbe Stunde gesperrt gewesen. Der Sturm hatte das Vordach des Prinzessinnenpalais beschädigt. Das Dach ist mit Platten aus Plexiglas bedeckt. Eine Platte war zu Boden gekracht. Aus Sicherheitsgründen mussten die verbliebenen Plexigläser entfernt werden. Dazu setzte sie ebenso die Drehleiter ein.

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