Fürstenhaus schließt das Hoftheater

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Bild aus vergangener Zeit: Der frühere Pächter Andrew Stelzig sowie Ernst Reichelt und der jetzige Pächter Martin Robben bei der
Bild aus vergangener Zeit: Der frühere Pächter Andrew Stelzig sowie Ernst Reichelt und der jetzige Pächter Martin Robben bei der (Foto: Archiv)
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleitung

Das Hoftheater bleibt aus Brandschutzgründen bis auf weiteres geschlossen. Ein Sprecher des Fürstenhauses bestätigte dies am Freitagnachmittag auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“. Ein Sachverständiger kam in einem Brandschutzgutachten zu dem Ergebnis, dass das Theater nur genutzt werden könne, wenn 50000 Euro in den Brandschutz investiert würden. Dazu ist das Fürstenhaus als Eigentümer aktuell nicht bereit.

Die Verantwortlichen der Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern teilten dem Pächter Martin Robben am Donnerstag ihre Entscheidung mit. Der in der Unternehmensgruppe für Finanzen zuständige Peter Brodmann nennt als Hauptgrund die Haftung, die das Fürstenhaus trage, wenn es im Hoftheater brennt. „Für die Besucher des Theaters und Herrn Robben ist diese Entscheidung bitter, aber wir können uns nicht erlauben, dass etwas passiert.“

Auf die Frage, warum das Brandschutzgutachten zum jetzigen Zeitpunkt in Auftrag gegeben wurde, sagt Brodmann: Um den Kulturherbst beginnen lassen zu können, hätten einige Handwerkerarbeiten erledigt werden müssen. Dabei sei den Handwerkern aufgefallen, dass weiteres im Argen liege. Aus diesem Grund habe der Immobilienbeauftragte Thomas Kanjar das Brandschutzgutachten in Auftrag gegeben.

Brandschutzdecke müsste eingebaut werden

Der Gutachter kam zu dem Ergebnis, dass an einigen Stellen nachgebessert werden muss. So müssten auf und hinter der Bühne Brandschutzdecken eingezogen werden und für das Theater müssten insgesamt Fluchtpläne aufgestellt werden, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Fürstenhaus nicht bereit, die 50000 Euro zu investieren, weil die Mieteinnahmen zu gering sind. „Wenn wir einen Mieter mit einem fertigen Konzept finden würden, wäre dies möglich“, sagt Brodmann.

Ziel des Eigentümers sei, das Hoftheater nicht leerstehen zu lassen. „Aber ich weiß im Moment nicht, wie wir dahin kommen.“ Laut Finanzchef Brodmann solle auch die Stadt in die Gespräche einbezogen werden.

Robben war drei Jahre lang der Pächter

Martin Robben hatte das Hoftheater im Jahr 2012 übernommen. Aus dem ehemaligen Kino wurde eine Bühne, deren Aushängeschild der Kulturherbst war. Erst vor einigen Tagen ist die aktuelle Reihe zu Ende gegangen. Als der künstlerische Leiter Torsten Münchow Anfang der Woche in unserer Zeitung Bilanz zog, wusste er noch nicht, dass seine Zukunftspläne obsolet sind. „Sigmaringen hat die Voraussetzungen und die Chance etwas zu werden und Sigmaringen verdient es, dass es weitergeht“, sagte Münchow. Er habe schon einmal über eine Art Schlossfestspiele nachgedacht, die es auch in anderen Städten dieser Größenordnung gebe.

Alle kurzfristig geplanten Veranstaltungen wie ein Puppentheater vor Weihnachten oder eine Kleinkunstveranstaltung des Kreiskulturforums zur Fasnet müssen ausfallen.

Sowohl Pächter Robben als auch der künstlerische Leiter, Torsten Münchow, waren am Freitag telefonisch nicht zu erreichen.

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