Erster Corona-Fall im Kreis Sigmaringen

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Ärztin informiert über Coronavirus-Infektion im Kreis Sigmaringen
Am Rande der Pressekonferenz im Landratsamt Sigmaringen gibt Dr. Bettina Boullard, die Vorsitzende der Kreisärzteschaft Sigmaringen, Auskunft über die erste bestätigte Infektion mit dem Coronavirus im Landkreis Sigmaringen.
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Redakteurin Sigmaringen/Rund um Sigmaringen
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Im Kreis Sigmaringen ist der erste Bürger positiv auf Corona getestet worden. Es handelt sich um einen 49-Jährigen, der mit seiner fünfköpfigen Familie im Skiurlaub in Wolkenstein in Südtirol war. Das teilt das Landratsamt Sigmaringen in einer Pressemitteilung mit. 

Das war vorbildlich. 

Landrätin Stefanie Bürkle

Der Mann war am 29. Februar aus dem Urlaub zurückgekehrt und hatte Symptome entwickelt. Die übrige Familie wiederum sei symptomfrei und negativ getestet. Daraufhin habe er sich am Montag direkt mit dem Hausarzt telefonisch in Verbindung gesetzt." Landrätin Stefanie Bürkle lobt sein Verhalten: "Das war vorbildlich."

Hausärzte bei Verdacht zuerst kontaktieren

Die Vorsitzende der Kreisärtzteschaft Dr. Bettina Boellard betont, dass diese Reaktion sinnvoll ist: "Es ist wichtig, die Ausbreitung zu verhindern. Hausärzte sollen deshalb zuerst kontaktiert werden, damit die Kapazität im Klinikum für schwerere Fälle freigehalten wird."

Die Kapazitäten, die im SRH-Klinikum in Pfullendorf eingerichtet wurden, seien für maximal 19 schwere Fälle ausgelegt. Dies sei aber laut Statistik erst ab einer Zahl von 100 Infektionen zu erwarten, so Dr. Zoltan Varga, stellvertretender ärztlicher Direktor der SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen GmbH. Kritische Fälle, wie Organtransplantierte, müssten allerdings an größeren Standorten behandelt werden.

Auch Vorräte von medizinischen Verbrauchsgütern habe der Landkreis geordert, sagte Bürkle. Das betreffe Schutzmasken und Schutzkleidung. 

Chefarzt Varga teilte bei der Pressekonferenz mit, dass das Krankenhaus schon früh in Gespräche mit der Uniklinik Tübingen gegangen sei. Ein Hygieniker von dort habe als Berater für Notfallpläne die Notfallpläne fungiert. 

Patient befindet sich in häuslicher Quarantäne

Der infizierte Mann befindet sich aktuell Zuhause in Quarantäne. Seine Familie bleibe mit im Haus, meide aber den direkten Kontakt zu dem Erkrankten, hieß es. In 14 Tagen werde es einen weiteren Test auf die Krankheit geben. Erst dann könne die Quarantäne aufgehoben werden.

Auch eine befreundete Familie war mit dem Mann in Urlaub. Es handelt sich laut Angaben in der Pressekonferenz um drei Personen. Auch sie befinden sich vorsichtshalber in häuslicher Quarantäne. Bevor die Quarantäne in zwei Wochen wieder aufgehoben wird, werden alle darin befindlichen Personen erneut getestet. 

Eine weitere Kontaktperson wurde bereits ermittelt, allerdings sei bisher kein Kontakt hergestellt worden. Noch am Mittag hatte das Landratsamt in einer Pressemitteilung geschrieben, dass es bislang lediglich 16 Verdachtsfälle im Kreis Sigmaringen gegeben habe. 

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