Energiesparen: Über die Kinder erreicht man auch die Eltern

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 Michael Maucher von der Energieagentur Ravensburg erläutert den Kindern verschiedene Stromverbraucher. Im Hintergrund assistier
Michael Maucher von der Energieagentur Ravensburg erläutert den Kindern verschiedene Stromverbraucher. Im Hintergrund assistiert die städtische Klimaschutzmanagerin Mona Kramer. (Foto: Gabriele Loges)
Gabriele Loges

Unter dem Titel „Wer klaut dem Eisbären das Eis? Klimadetektive aufgepasst!“ haben die Stadt Sigmaringen und die Energieagentur einen eintägigen Kurs für Neun- bis 13-Jährige angeboten. Insgesamt 14 Schüler waren gekommen und können nun ihren Eltern erzählen, was inzwischen Sache in punkto Klimaschutz ist.

Mona Kramer, die Energiemanagerin der Stadt, begrüßte die Schüler, die im Rahmen des „Sigmaringer Ferienspaß’“ in die Aula der Alten Schule gekommen waren mit einer Stadtwerke-Tasche mit kleinen Überraschungen. Theorie und Praxis sollten sich bei diesem Erlebnis-tag die Waage halten. Vor allem sollte der Spaß an der Sache für die Jungforscher nicht zu kurz kommen.

Den Eisbären von Playmobil, der durch Eiswürfel auf seiner Insel getragen wird, hat Michael Maucher von der Energieagentur Ravensburg mitgebracht. Auch ziemlich viele Haushaltsgeräte packte er im Laufe des Vormittags aus. Er brachte allerdings auch Zahlen und Fakten mit.

Inwieweit die Kinder bereits mit „Klimaschutz“ etwas anfangen können und welchen Stellenwert das Stromsparen im elterlichen Haushalt hat, wurde bei seinen Fragen schnell offensichtlich. Maucher konfrontierte sie nebenbei mit neuen Begriffen: „Welche erneuerbaren Energien gibt es, was ist Biomasse oder ab wieviel Kilowatt pro Jahr und Haushalt spricht man von einem „zu hohen“ Verbrauch?“

Die Kinder durften raten, Maucher wusste immer Größen und Vergleiche, unter denen sie sich dann etwas vorstellen konnten. So wollte er wissen, welche „Stromräuber“ auch bei Standby Strom verbrauchen und unnötige Kosten verursachen: „Was braucht wohl eine Playstation, die eine Stunde läuft und 23 Stunden an ist, ohne dass sie benutzt wird?“ Ausschalten sei hier die Devise.

Energie und Geld sparen

Maucher sprach sich nicht gegen den Energieräuber Wäschetrockner aus, aber bei schönem Wetter sollte man darauf verzichten: „Und die Ersparnis von 1,30 Euro pro Trocknung bekommt dann ihr.“ Manche Kinder freuten sich dann, dass sie keinen Wäschetrockner haben.

Bei der Energieeffizienz plädierte Maucher beim Kauf eines Gerätes an den cleveren Schwaben: „Der Schwabe kauft nicht billig, ein Schwabe kauft günstig.“ Selbst ein teurerer Kühlschrank könnte so im Laufe der Jahre dann den Einkaufswert wieder wettmachen. Die Kinder erfuhren auch, warum LED-Leuchten sinnvollerweise alle anderen Lichtquellen ersetzen sollten und dass Energiesparlampen als Leuchtmittel quecksilberhaltig und deshalb für die Umwelt unverträglich seien. Die Kinder konnten mit Hilfe von Messgeräten vergleichen, wie am kostengünstigsten Wasser erhitzt wird und lernten: „Weniger Energieverbrauch ist sowohl für die Umwelt als auch für den Geldbeutel besser.“

Am Nachmittag gingen Mona Kramer und Michael Bauer von der Sigmaringer Außenstelle der Energieagentur mit den Kindern auf Erkundungstour. Zuerst bekamen die Jungforscher eine Führung im Wasserkraftwerk. Sie konnten so sehen, wie vor Ort erneuerbare Energie erzeugt wird. Danach ging es ins Parkhaus Prinzengarten zur E-Auto-Ladestation und noch ans Rathaus zur E-Bike-Ladestation.

Zum Abschluss erhielten alle Teilnehmer noch einen „Solar Rover“ als Geschenk. Mit diesem Bauset können sie zu Hause selbst ausprobieren, wie natürliche Energie Masse bewegt. Dazu gab es noch ein Heft mit Versuchen zum Nachmachen, falls in den Ferien noch „Leerlauf“ aufkommen sollte.

Die Energieagentur, so Maucher, mache immer wieder gute Erfahrungen, wenn sie für das Thema auch schon die Kinder sensibilisieren kann: „Sie sind ein guter Multiplikator, mit ihnen können wir dann oft die Erwachsenen erreichen“, sagte er.

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